Bericht aus dem Technik-Herz Amerikas
Goldgräberstimmung im Silicon Valley

Während die Finanzkrise über die Wall Street hinwegfegt, jubelt die Venture Capital Firmen über die aktuelle Krise. Die Übernahmegelegenheiten sind so gut wie seit Jahren nicht mehr. Insbesondere von den erneuerbaren Energien versprechen sich die Investoren hohe Profite.

PALO ALTO. Der Highway 101 von San Francisco nach San Jose ist zu, wie auch der Freeway 280. Und die breite Sand Hill Road in Palo Alto, an der die wichtigsten Venture Capitalists und IT-Unternehmen residieren, ist verstopft. Schwarze BMWs, silbermetallfarbene Audis und blaue Saabs reihen sich Stange an Stange auf dem Boulevard, der sich von Menlo Park über Mountain View nach San Jose zieht. Die Verkehrsverhältnisse hier sind das Stimmungsbarometer des Silicon Valley. Je mehr Staus, desto besser läuft das Geschäft.

Inmitten des Tsunamis, der von Wall Street herfegt, liegt das Valley derzeit ruhig wie ein Tal der Unberührbaren. Der Segen kommt aus Washington. Im neuen Rettungsplan sind großzügige Steuererleichterungen für weitere acht Jahre fortgeschrieben: 18,5 Mrd. Dollar. Der Staat übernimmt bis zu 30 Prozent der Aufbau- und Lohnkosten von Solar- und Windenergie-Firmen. Der Bau einer Solarenergie-Anlage allein kostet rund eine Mrd. Dollar, kein Pappenstiel. 26 solcher Anlagen sind in der Planung. Gute Chancen für Risikokapitalgeber.

"Wir haben entdeckt, dass Gold grün aussieht," sagt Carl Guardino, Präsident der Dachverbandes Silicon Valley Leadership Group. Die Zukunft des Valleys liege in sauberer Technologie und grüner Energie. Großspurig lässt sich der Trend schon als "Greening of America" feiern, Amerika wird grün. Es klingt vielen wie ein "Go West!"-Schlachtruf. Für Investoren ist es die Chance, Millionen zu verdienen - mit Wind, Bio-Masse und viel Dampf.

"Es gibt fantastische Übernahmegelegenheiten", sagt Ion Yadigaroglu, Venture Capitalist und Co-Gründer von Capricorn Investment. Die Finanzkrise, die ein Erdbeben an den Finanzmärkten auslöst, scheint an den Venture Capitalists und ihren Unternehmen nur Schrammen zu hinterlassen. "Große wie Google, Yahoo oder Apple haben sehr viel Cash, sie sind nicht auf Kredite angewiesen", beobachtet der Gründer der Weblog-Suchmaschine Technorati, David Sifry. Mark Verissimo von der Financial Valley Bank meint. "Es gibt genug trockenes Pulver."

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