Bericht dementiert
Vodafone und Liberty wollen Geschäftsbereiche tauschen

Ja, es gebe Gespräche mit Liberty Global. Das bestätigte der Mobilfunkkonzern Vodafone. Über eine Fusion soll zwar nicht diskutiert worden sein. Für Deutschland könnte ein möglicher Deal aber trotzdem interessant sein.
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LondonDer Mobilfunkkonzern Vodafone sucht den Schulterschluss mit dem Kabelnetzbetreiber Liberty Global, strebt aber nach eigenen Angaben keine Fusion an. „Vodafone führt keine Gespräche mit Liberty Global in Bezug auf eine Kombination der beiden Unternehmen“, betonten die Briten am Freitag. An den Finanzmärkten war zuletzt verstärkt über ein Zusammengehen beider Unternehmen spekuliert worden. Vodafone betonte, vielmehr gehe es in den Verhandlungen, die sich noch in einem frühen Stadium befänden, um die Möglichkeit des Austausches bestimmter Geschäftsbereiche zwischen beiden Firmen. Ob es zu einer Vereinbarung komme, sei nicht sicher.

Vodafone wurde immer wieder ein Interesse an Liberty Global nachgesagt. Liberty Global ist Europas größter Kabelnetzbetreiber, Vodafone der zweitgrößte Mobilfunkbetreiber der Welt. Mobilfunk- und Kabelnetze wachsen zunehmend zusammen. Ein Banker, der sich in der Telekom-Branche auskennt, geht davon aus, dass sich Vodafone vor allem für Virgin Media interessiert, der britischen Sparte von Liberty Global. Auf der anderen Seite dürfte Liberty Global mit Vodafones Kabelgeschäft in Deutschland liebäugeln. „Bei diesem Deal geht es darum, Großbritannien mit Deutschland zu tauschen. Alles andere ist nicht relevant“, sagte der Banker. In Deutschland beäugt das Bundeskartellamt Zusammenschlüsse bei den Kabelnetzbetreibern allerdings sehr kritisch.

Vodafone hat Kabel Deutschland (KDG), den größten heimischen Kabelnetzbetreiber, 2013 für 10,7 Milliarden Euro inklusive Schulden geschluckt. Auch Liberty Global – hierzulande mit dem Kabelnetzbetreiber Unitymedia vertreten – hatte sich damals für KDG interessiert.

Liberty-Chef John Malone hatte jüngst Fusionsspekulationen angeheizt, als er in einem Interview sagte, beide Unternehmen würden „einfach zusammenpassen“. Vodafone hat einen Börsenwert von rund 90 Milliarden Euro, der von Liberty Global liegt bei etwa 41 Milliarden Euro.

Die Vodafone-Aktie hat seitdem rund sieben Prozent zugelegt. Am Freitag lagen sie jedoch rund zwei Prozent im Minus. Analysten wie Augustin Eden von Accendo Markets halten aber eine Fusion immer noch für möglich: „Man fragt sich, ob dies so etwas wie ein Warmlaufen ist für eine gesteigerte Zurschaustellung gegenseitiger Zuneigung zwischen dem britischen Mobilfunkanbieter und Europas größtem Kabelnetzbetreiber.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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