Bericht
Telekom kämpft nach Datenskandal um Vertrauen

Nach zahlreichen Datenschutz- und Spitzelskandalen will die Deutsche Telekom mit einem Bündel von Maßnahmen das Vertrauen ihrer Kunden zurückgewinnen. Das geht aus dem ersten Datenschutzbericht des Konzerns hervor, der am Dienstag veröffentlicht wurde.

HB BONN. Nach zahlreichen Datenschutz- und Spitzelskandalen will die Deutsche Telekom mit einem Bündel von Maßnahmen das Vertrauen ihrer Kunden zurückgewinnen. Das geht aus dem ersten Datenschutzbericht des Konzerns hervor, der am Dienstag veröffentlicht wurde. So seien nach dem mehrmaligen Diebstahl aus den Datenbanken des Konzerns die Speicherfunktionen von Arbeitsplatzrechnern weiter eingeschränkt worden, um die Mitnahme von Daten zu unterbinden. Zudem schlagen laut Telekom die Systeme bei Massendatenabfragen jetzt schneller Alarm und die Zugriffe auf Datenbanken werden stärker dokumentiert.

Eine weitere Maßnahme, die die Telekom als Konsequenz aus den Vorfällen des vergangenen Jahres umgesetzt habe, sei die Einrichtung eines unabhängigen Datenschutzbeirats, der mit externen Experten besetzt ist. Dieses Gremium tage regelmäßig und solle den Vorstand der Telekom bei datenschutzrelevanten Themen beraten. „Die Vorlage des Datenschutzberichts ist ein weiterer Schritt zur Einlösung unseres Versprechens, für mehr Transparenz zu sorgen“, sagte Datenschutzvorstand Manfred Balz.

„In einem Unternehmen wie der Deutschen Telekom, das täglich mit großen Mengen personenbezogener Daten umgeht, ist der Schutz dieser Daten eine eminent wichtige Aufgabe“, sagte Balz, dessen Position erst im Zuge der Skandale eingerichtet worden war. Damals hatte sich die Telekom verpflichtet, jährlich einen Bericht zum Stand des Datenschutzes zu veröffentlichen.

Die bereits angestoßenen Sicherheitsmaßnahmen würden auch 2009 ohne Einschränkung weitergeführt, kündigte der Konzerndatenschutzbeauftragte, Claus Ulmen, an. Die „Kontrolldichte“ und die Standards für Produkte der Telekom sollten außerdem erhöht werden. Bereits im ersten Halbjahr 2009 soll der TÜV die Verarbeitung von Festnetzverbindungsdaten zertifizieren. Externe Unternehmen wurden bereits damit beauftragt, in Form von „Hacker“-Angriffen die Systeme außerdem systematisch auf Schwachstellen zu überprüfen.

„Die Maßnahmen zeigen, dass das Unternehmen viel sensibler für das Thema geworden ist. Es gibt eine Menge Initiativen, die auf den Schutz von personenbezogenen Daten zielen“, sagte ver.di- Bundesvorstand Lothar Schröder, der dem Datenschutzbeirat vorsitzt. „Es gibt aber noch eine Menge Arbeit zu tun“, sagte Schröder, der außerdem stellvertretender Aufsichtsratsvorsitz ist. So müsse die begonnene Standardisierung des Datenschutzes noch tiefer greifen.

Auch die Kunden der Telekom ließen die Vorgänge nicht unbeeindruckt, wie aus dem Bericht hervorgeht. Die Zahl der Kundenanfragen hat sich demnach 2008 im Vergleich zum Vorjahr von 600 auf 1400 mehr als verdoppelt. Die Anfragen von Aufsichtsbehörden seien ebenfalls gestiegen. Gleichzeitig stockte die Telekom einem Sprecher zufolge das Budget für Datenschutz und Unternehmenskultur um zehn Mio. auf 27 Mio. Euro auf. Die Zahl der Mitarbeiter wuchs in dem Bereich um 70 auf rund 560.

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