Bericht über ProSiebenSat.1 zurückgewiesen
Saban weiß nichts von Verkaufsabsicht

Der US-Milliardär Haim Saban hat einen Zeitungsbericht zurückgewiesen, wonach er Verhandlungen über den Verkauf der Senderkette ProSiebenSat.1 führt.

HB BERLIN. „Wir verhandeln mit niemandem über einen Verkauf“, sagte Saban der Nachrichtenagentur Reuters am Freitagabend am Rande einer Veranstaltung in Berlin. Die „Süddeutsche Zeitung“ hatte zuvor berichtet, die potenziellen Käufer - der französische TV-Konzern TF1, die Finanzinvestoren KKR und Permira sowie ein Konsortium aus der US-Investmentbank Goldman Sachs und dem Finanzinvestor Apax - hätten sich in dieser Woche zu Kaufgesprächen mit Saban getroffen. Der Zeitung nach soll im September oder Oktober verkauft werden.

Saban sagte, die einzigen Fakten des Berichts, die stimmten, seien sein Name und der der Senderkette. „Alles andere war Quatsch“, sagte er. Die Zeitung hatte zudem berichtet, dass die Investoren es gerne sähen, wenn ProSiebenSat.1 mit dem Bezahlsender Premiere zusammengehen würde. Saban sagte dazu im Gespräch mit Reuters, die Kartellbehörden sorgten dafür, dass dies nicht möglich sei. „Ja, wir würden Premiere gerne kaufen, aber die Kartellbehörde hat sich absolut dagegen gestellt.“ Im Februar war der Verkauf von ProSiebenSat.1 an den Springer-Verlag am Widerstand der Genehmigungsbehörden gescheitert. Reuters hatte damals aus mit der Situation vertrauten Kreisen erfahren, dass Saban die Sendergruppe noch für mindestens ein Jahr behalten wollte.

Zuvor hatte es von einer ProSiebenSat.1 nahe stehenden Person geheißen, das Unternehmen erhalte nach der geplatzten Übernahme durch den Springer-Verlag weiter Anfragen von Interessenten. Es gebe allerdings keinen Verkaufsprozess. „Da läuft nichts“, sagte die Person Reuters. Ähnlich äußerte sich ein hochrangiger Manager eines Finanzinvestors. „Es gibt keinen offiziellen Verkaufsprozess im Moment, aber Sondierungen laufen schon die ganze Zeit über“, sagte er. „Die sind weiter auf der Suche nach einem Käufer.“ Der Zeitungsbericht hatte den Kurs der ProSieben-Aktien am Freitag deutlich nach oben getrieben. Die Titel schlossen noch mehr als drei Prozent im Plus bei 22,50 Euro. Premiere-Aktien legten 2,5 Prozent zu.

ProSieben verzeichnet schwaches Quartalsergebnis

Der Fernsehsender ProSieben blickt unterdessen nach Angaben seines neuen Chefs Andreas Bartl auf ein schwaches erstes Quartal zurück. „ProSieben hat im vergangenen Jahr nachhaltig geschwächelt. Da war das Vertrauen bei den Werbetreibenden im ersten Quartal natürlich nicht so groß wie gewohnt“, beantwortete Bartl im Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ die Frage nach dem Grund für die schlechten Werbeumsätze. Das Magazin berichtet in seiner neuesten Ausgabe, die Werbeumsätze bei ProSieben seien um zehn Prozent gesunken.

Der Schwestersender Sat.1 habe ProSieben offenbar auch beim Ergebnis im ersten Quartal überholt, hieß es im „Spiegel“. „Die gute Nachricht ist: Unsere Sofortmaßnahmen greifen. Die Umsätze im April lagen über dem Vorjahr, der Mai sieht gut aus, und auch die Marktanteile sind die besten seit zehn Monaten“, sagte Bartl in dem Interview, ohne den Angaben zu widersprechen. ProSiebenSat.1 berichtet am kommenden Donnerstag über das erste Quartal. Die Sendergruppe, zu der neben ProSieben und Sat.1 auch Kabel 1 und N24 gehören, hat Analystenschätzungen zufolge den Nettogewinn um zehn Prozent auf 31,6 Millionen Euro gesteigert und den Umsatz um 8,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr ausgebaut.

Der Sender ProSieben war gewöhnlich der verlässlichste Gewinnbringer der Gruppe. Für das laufende Jahr rechnet ProSiebenSat.1 zuletzt nach Jahren der Flaute für den deutschen Werbemarkt wieder mit einem Plus von zwei Prozent. Der frühere Kabel-Eins-Chef Bartl war vor einem halben Jahr Dejan Jocic als ProSieben-Chef gefolgt. Er sagte dem „Spiegel“, ProSiebenSat.1-Eigentümer Haim an kenne sein Programmkonzept und finde die Strategie von ProSieben richtig.

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