Berliner Philharmonie: Wie die Deutsche Bank klassische Musik fördert

Berliner Philharmonie
Wie die Deutsche Bank klassische Musik fördert

Mit Live-Übertragungen im Internet will die Berliner Philharmonie neue Zuhörer und Einnahmen gewinnen. Sponsor Deutsche Bank ist bislang zufrieden und schwärmt von der positiven Resonanz. 2011 sollen erstmals auch 3D-Konzerte im Kino zu sehen sein.
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BERLIN. Er hat etwas von einer Studentenbude, dieser winzige Raum unter dem Dach der Berliner Philharmonie am Potsdamer Platz. Ein Raum ohne Fenster, ein fader brauner Teppich, aber mehrere leistungsstarke Computer, ein modernes Mischpult, ein Fernsehmonitor. Hier - im Haus-Jargon Studio 6 genannt - wird aber nicht nur gebastelt und ausprobiert, sondern auf höchstem technischen Niveau Mediengeschichte produziert.

Wenn man früher einem Konzert der Berliner Philharmoniker lauschen wollte, musste man entweder ein Ticket kaufen oder eine CD. Seit zwei Jahren bieten die Philharmoniker ihre Berliner Konzerte auch live im Internet an - und sind damit Vorreiter.

Zwölf-Monats-Abo für 149 Euro

"Darauf sind wir stolz", sagt Orchestermitglied Olaf Maninger, der als Medienvorstand der Philharmoniker Initiator der "Digital Concert Hall" war und vor Projektbeginn ein großes Stück Überzeugungsarbeit nicht nur bei seinen Kollegen leisten musste. Plattenfirmen war die Sorge zu nehmen, dass das Angebot keine zusätzliche Konkurrenz werden würde.

Für das digitale Engagement der Philharmoniker gibt es viele Gründe: Die 128 Musiker aus 22 Nationen sollen auch von jenen Fans gehört und gesehen werden, die nicht in Berlin sein können oder kein Ticket bekommen haben. Denn die sind begehrt: Die Konzerthalle der Philharmonie ist zu 95 Prozent ausgelastet. Außerdem brauchen die Philharmoniker neue Einnahmequellen, denn das einst lukrative Geschäft mit eingespielten CDs ist mittlerweile zu einer unbedeutenden Einnahmequelle verebbt. Letztlich wollen sie mit ihrer Präsenz im Internet auch die Klassik-Fans der Zukunft erreichen.

Die können nun weltweit die Berliner Konzerte der Philharmoniker live sehen - vorausgesetzt sie haben ein Abo. Ein Zwölf-Monats-Abo kostet 149 Euro, ein 24-Stunden-Ticket 9,90 Euro und ein 30-Tage-Ticket 29 Euro. Das Archiv ist auf mehr als 60 Konzerte angewachsen.

Tobias Möller, Marketingleiter der eigens gegründeten Berlin Phil Media GmbH, zufolge nutzen derzeit etwa 4 000 Kunden ein Zwölf-Monats-Abo. Zusätzlich werden 24-Stunden- und 30-Tage-Tickets verkauft. Das Projekt trägt sich damit noch längst nicht - obwohl das, sagt Medienvorstand Maninger, mittelfristig das Ziel sei, "ein sehr ehrgeiziges Ziel".

Vorerst stockt die Deutsche Bank, Sponsor der Philharmoniker seit nunmehr 20 Jahren, das Budget kräftig auf. "Ohne uns gäbe es die Digital Concert Hall nicht", sagt der Koordinator für die Partnerschaft der Deutschen Bank mit den Berliner Philharmonikern, Michael Münch, selbstbewusst. Das entspricht sicherlich den Tatsachen. Zumindest wäre das Projekt ohne Sponsor nicht möglich - und einen zu finden, ist überaus schwierig. "Allen Interessenten, die etwas Ähnliches aufbauen möchten, sagen wir: Es ist in der gegenwärtigen Marktsituation ohne einen engagierten Sponsor ein aussichtsloses Unternehmen", sagt Tobias Möller, Marketingleiter der eigens gegründeten Berlin Phil Media GmbH. "So sind wir bis heute das einzige Orchester mit einem solchen Angebot." Auch die Musiker, von denen in der Anfangsphase einige skeptisch waren, schätzen das Engagement der Bank. "Es ist toll, dass das finanziert wird und man ein wenig experimentieren kann", sagt Hornist Klaus Wallendorf.

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  • b. Küstner
    Sie können uns ihre behauptung doch sicher beweisen , ein Link wäre nicht schlecht !
    Oder dürfen wir das als üble nachrede verstehen was sie hier zum besten geben ?

  • Klingt ja wirklich sehr schön und nett, dass die Deutsche bank auch im kulturellen bereich fördert, von den enormen investitionen im bereich der Streubombenproduktion und Rüstungsproduktion durch die Deutsche bank wird leider nichts gesagt...

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