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07.01.2009 
Verlage

Berliner Zeitung vor Übernahme durch DuMont Schauberg

Da bahnt sich scheinbar ein Riesendeal in der deutschen Verlagslandschaft an: Der Kölner Verlag DuMont Schauberg steht laut Medienberichten kurz vor der Übernahme des deutschen Zeitungsgeschäfts der angeschlagenen Mediengruppe Mecom.

HB MÜNCHEN. Die „Berliner Zeitung“ und die anderen deutschen Blätter des schwer angeschlagenen Medieninvestors Mecom könnten schon sehr bald den Besitzer wechseln. Der Kölner Verlag DuMont Schauberg wolle 165 Mio. Euro für das Zeitungsgeschäft der angeschlagenen Medienholding zahlen, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch aus Unternehmenskreisen. Die Vertragsunterzeichnung solle bis spätestens Freitag erfolgen. Allerdings hätten die Banken der hoch verschuldeten Mecom das letzte Wort. „Die Banken wollen Geld sehen und haben insofern ein Interesse, möglichst lange zu verhandeln“, sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Person. Letztlich dürfte sich der Kaufpreis aber im Bereich von 160 bis 170 Mio. Euro bewegen.

Nach der Vertragsunterzeichnung werde das Kartellamt die Übernahme höchstwahrscheinlich noch vier Wochen lang prüfen, sagte ein zweiter Insider. DuMont und Mecom lehnten einen Kommentar ab.

Flaggschiffe des deutschen Mecom-Geschäfts sind die „Berliner Tageszeitung“ mit etwa 130 Journalisten und die „Hamburger Morgenpost“. Mecom-Chef David Montgomery hatte mit seinen harten Sparmaßnahmen in den Redaktionen für viel Unmut gesorgt. Daneben würde DuMont nebst anderen Titeln noch den „Berliner Kurier“, das „Berliner Abendblatt“ und die „Netzeitung“ erwerben.

Der viertgrößte deutsche Zeitungsverlag DuMont bringt unter anderem den „Kölner Stadt-Anzeiger“, den „Express“ und seit 2006 die „Frankfurter Rundschau“ (FR) heraus. In Medienkreisen wird es als wahrscheinlich angesehen, dass DuMont die beiden Qualitätszeitungen „Berliner Zeitung“ und „FR“ enger zusammenarbeiten lässt, um die Kosten zu senken. FR-Chefredakteur Uwe Vorkötter solle bei einem Zuschlag beide Blätter leiten.

Mecom hatte in den vergangenen Jahren in Europa mehr als 300 Titel zusammengekauft, doch war das Expansionstempo wohl zu hoch. Zudem brechen in ganz Europa mit der Wirtschaftskrise die wichtigen Werbeeinnahmen weg. Derzeit sitzt die Gruppe auf über 600 Mio. Euro Schulden. Die Banken haben das Unternehmen vor drei Wochen mit einer Fristverlängerung bis Ende Februar vor dem sofortigen Aus zu bewahrt. Der Aktienkurs dümpelt seit längerem bei etwa einem Pence.

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