_

Bertelsmann-Chef Ostrowski: Niederlagen machen kleiner

In zwei Jahren als Bertelsmannchef hat Hartmut Ostrowski viel öfter verloren als gewonnen. Nun gibt er auch noch das Zeitschriftengeschäft in Russland auf. Dem Medienkonzern droht der Abstieg aus der Champions League. Der mächtigen Liz Mohn dürfte das kaum gefallen.

Bertelsmann-Chef Ostrowski steht unter Druck. Quelle: dpa
Bertelsmann-Chef Ostrowski steht unter Druck. Quelle: dpa

KÖLN. Golden glänzt der Kölner Dom auf der anderen Rheinseite. Der Abendblick vom obersten Stockwerk des Luxushotels Hyatt würde jeder schnulzigen RTL-Serie zur Ehre gereichen. Thomas Stein hat dafür heute keinen Blick. Der Ex-Europachef der Bertelsmann Music Group (BMG) ist auf Marketingtour in eigener Sache. Thomas Stein hat ein Buch geschrieben über sein Leben rund um Bertelsmann. Es ist auch eine seufzende Reminiszenz an die besseren Zeiten bei Europas größtem Medienkonzern. „Gesagt, getan“ hat Stein sein Buch betitelt.

Anzeige

Stars und Sternchen im Showbiz, Stein kennt sie alle. Whitney Houston, Heino oder Hansi Hinterseer – „Onkel Stein“ hat für sie gearbeitet. Für sie und für Bertelsmann. Einen Milliardengewinn hat er abgeliefert in Gütersloh.

Einen Star jedoch, den ignoriert Stein in seinem Werk fast völlig. Hartmut Ostrowski heißt der, seines Zeichens Bertelsmann-Chef. Stein kennt ihn seit langen Jahren. „Ich habe nur über Dinge geschrieben, die in meinem Leben wichtig waren“, sagt er.

Stein hätte auch sagen können: Für sein Bild von Bertelsmann spielt Ostrowski keine Rolle mehr.

Seit Ostrowski vor fast genau zwei Jahren den Chefsessel übernommen hat, geht es bergab. Der Konzern, der sein Geld mit Fernsehen (RTL), Mediendienstleistungen und Druck (Arvato), Zeitschriften (Gruner+Jahr), Büchern (Random House) und Buchklubs verdient, steht vor der schwersten Bewährungsprobe seiner Geschichte. Und Ostrowski ist gefangen zwischen schlechten Ergebnissen, hohen Schulden, der Werbekrise – und der mächtigen Liz Mohn, die nun endgültig den Platz ihres kürzlich verstorbenen Gatten und Konzerngründers Reinhard Mohn eingenommen hat.

Als Hartmut Ostrowski am 13. Dezember 2007 in Berlin vor 600 Managern aus aller Welt als Vorstandschef inthronisiert wird, erscheint die Zukunft verheißungsvoll. „Ich brauche nicht einmal einen Satz. Ein Wort genügt: Wachstum. Weil Wachstum die Basis für alles ist“, sagt der neue Konzernchef – mit leicht zittriger Stimme. Das Repräsentieren, die große Geste, so was liegt dem Mann aus Bielefeld nicht. Dass er für den großen Auftritt in Berlin mit Kommunikationsprofis fleißig geübt hat, hat wenig geholfen.

Wenn schon nicht die Pose, so waren wenigstens die Worte groß damals, zu groß: Bertelsmann wolle bis 2015 seine Erlöse auf 30 Milliarden Euro steigern, versprach Ostrowski. Der operative Gewinn sollte von 1,6 Milliarden Euro auf über drei Milliarden Euro steigen.

  • 24.11.2009, 17:29 UhrAnonymer Benutzer: Medienprofi

    Die größten Heuchler ("Die Menschen ins Denken bringen"- Nachruftitel auf R.Mohn) der Nation zeigen nun, was sie wirklich können: Nichts, aussser billig und Schmutz. Sie verblöden das Land wie kein anderes Medienhaus. bertelsmann hat RTL und dessen Schmutz-Töchter (deren Programm das 100%-Vorbild der Unterschicht sind, die wiederum über das ewige Wiederkäuen der "soziale Gerechtigkeit" unsere Politik bestimmt) groß gemacht, sie sind seine einzige Cash-Cow seit Jahrzehnten. Die bertelsmann-Stiftung ist das dünne Gemeinnutz- Mäntelchen dafür, und selbst das braucht Liz Mohn als Vorsitzende für ihr Ego... Welch eine Heuchelei!

  • Die aktuellen Top-Themen
Intercontinental Hotels Group: „Wir wollen in Deutschland die Nummer eins werden“

„Wir wollen in Deutschland die Nummer eins werden“

Intercontinental Hotels Group will in Deutschland expandieren und die Branchenspitze erklimmen. Erstmals gibt der Weltmarktführer Einzelheiten des geplanten Projekts bekannt.

Schließungen drohen: Europas Raffinerien unter Druck

Europas Raffinerien unter Druck

Jede fünfte Raffinerie in Europa und den USA ist in den nächsten Jahren von der Schließung bedroht, so eine Studie der Beratungsgesellschaft A.T.Kearney. Die gesamte Branche sei in einem Wandlungsprozess.

Frauen gefragt: Dax-Aufsichtsräte werden weiblicher

Dax-Aufsichtsräte werden weiblicher

Der Anteil von Frauen in den Aufsichtsräten der DAX-Konzerne ist gestiegen. In ein paar Jahren könnten sie bereits knapp ein Drittel ausmachen. Das ist allerdings nicht der einzige Trend, der in den Gremien auffällt.

  • Video

Projekt Zukunft Wie die Dinosaurier-Forschung hilft, heutige Probleme zu lösen - ein Gespräch mit Oliver Wings

Ein Gespräch mit Dr. Oliver Wings, Dinosaurier-Forscher, Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung, über den Nutzen der Dino-Forschung für die moderne Wissenschaft

  • Business-Lounge
Business-Lounge: Die großen Auftritte der Entscheider

Die großen Auftritte der Entscheider

Premieren, Feste, Symposien oder Jubiläen – es gibt viele Anlässe, bei denen die Größen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im Mittelpunkt stehen. Verfolgen Sie die Auftritte in Bildern.

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DEUTSCHLANDS ANZEIGENPORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Verkaufsangebote Verkaufsgesuche




 

.