Bertelsmann

Medienkonzern macht Gewinnsprung

Bertelsmann meldet gute Zahlen. Nach neun Monaten des Jahres 2016 freut sich Vorstandschef Thomas Rabe über einen Gewinnsprung. Antreiber bleibt das Fernsehgeschäft - auch wenn die Werbeumsätze etwas schwächeln.
Update: 10.11.2016 - 12:18 Uhr
Medienkonzern erzielt kräftige Gewinne mit seinen TV- sowie Musik- und Dienstleistungsgeschäften. Quelle: dpa
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Medienkonzern erzielt kräftige Gewinne mit seinen TV- sowie Musik- und Dienstleistungsgeschäften.

(Foto: dpa)

GüterslohBertelsmann meldet dank einem guten TV-, Musik- und Dienstleistungsgeschäft einen deutlichen Gewinnsprung. In den ersten neun Monaten des Jahres legte das Konzernergebnis um 13,8 Prozent auf 652 Millionen Euro zu, wie der Konzern am Donnerstag in Gütersloh mitteilte. Beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) verbuchen die Gütersloher mit 1,63 Milliarden Euro einen Rekordwert.

Als Antreiber nennt Bertelsmann das Geschäft mit Fernsehen, Musik und Dienstleistungen. Insgesamt ging der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht zurück, und zwar um 1,6 Prozent auf 12 Milliarden Euro. Bertelsmann nennt als Gründe dafür Wechselkurseffekte und Veränderungen in der Unternehmensstruktur. Bereinigt sei der Umsatz um 0,6 Prozent gestiegen.

„Der positive Geschäftsverlauf hat sich fortgesetzt. Ein operatives Ergebnis auf Rekordniveau und ein höheres Konzernergebnis im bisherigen Jahresverlauf stimmen uns auch für das Gesamtjahr 2016 zuversichtlich. Bertelsmann ist so ertragsstark wie nie zuvor“, sagte Vorstandschef Thomas Rabe laut Mitteilung zu den Zahlen.

Wichtigster Ertragslieferant für Bertelsmann ist seit Jahren die europaweit aufgestellte RTL Group. Das Tochterunternehmen mit den in Deutschland bekannten Sendern RTL, Vox, n-tv, RTL Nitro und RTL plus vermeldete am Donnerstag ein durchwachsenes drittes Quartal.

Das steckt im Medienriesen aus Gütersloh
Die Geschichte
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1835 gründete Carl Bertelsmann das Unternehmen in Gütersloh als Buchverlag – den C. Bertelsmann Verlag. Die ersten 100 Jahre des Unternehmens stehen programmatisch im Zeichen der christlichen-protestantischen Tradition. 1928 öffnete sich der Verlag für Belletristik. Während des zweiten Weltkrieges gab der Verlag völkisch-nationale, teilweise auch antisemitische Literatur heraus. In der Wiederaufbauzeit wandelte sich Bertelsmann vom mittelständischen Unternehmen zu einem globalen Medienkonzern. Wachstumstreiber war über Jahrzehnte der Lesering, der 2015 endgültig eingestellt wurde.

Bertelsmann heute
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2016 hat Bertelsmann hat einen Rekordgewinn eingefahren. Das Betriebsergebnis kletterte im vergangenen Jahr um 3,3 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro. Zum Konzernverbund gehören die Fernsehgruppe RTL Group, die Buchverlagsgruppe Penguin Random House, der Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr, das Musikunternehmen BMG, der Dienstleister Arvato, die Bertelsmann Printing Group, die Bertelsmann Education Group sowie das internationale Fonds-Netzwerk Bertelsmann Investments.

RTL Group
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Die RTL Group ist mit 53 Fernseh- und 28 Radiosendern Europas größter Betreiber von werbefinanziertem Privatfernsehen und Privatradio. Die Mediengruppe, die von Anke Schäferkordt und Guillaume de Posch geführt wird, gehört mehrheitlich (rund 75 Prozent) zu Bertelsmann.

Penguin Random House
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Random House fungiert als Dachgesellschaft für alle Bertelsmann-Verlage. 2013 fusionierte Random House mit Penguin Books, einem Verlag im Besitz der Mediengruppe Pearson, zum weltgrößten Publikumsverlag Penguin Random House. An dem Verlag hält Bertelsmann 53 Prozent und Pearson 47 Prozent der Anteile. Die eigenständige deutsche Sparte von Random House gehört Bertelsmann. Dazu gehören Verlage wie Goldmann, Blessing Verlag oder auch die Deutsche Verlags-Anstalt (DVA).

Gruner + Jahr
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Gruner + Jahr (G+J) ist Europas größtes Druck- und Verlagshaus. Zu den Publikationen gehören Magazine wie „Stern“, „Capital“ und „Brigitte“, aber auch Beteiligungen am „Spiegel“, an Chefkoch.de und an der Henri-Nannen-Schule. Seit 2014 ist Bertelsmann der alleinige Eigentümer von Gruner + Jahr. Die Vorsitzende der Geschäftsführung ist Julia Jäkel.

BMG
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Mit BMG gründete Bertelsmann 2008 ein Musikunternehmen mit neuem Geschäftsmodell, das den Herausforderungen der digitalen Revolution auf dem Musikmarkt gerecht werden soll. Anders als sonst üblich werden Veröffentlichungs- und Aufnahmerechte aus einer Hand über eine gemeinsame Plattform international vertreten. BMG ist der viertgrößte Musikverlag der Welt. Zu den BMG-Künstlern gehört unter anderem Andreas Bourani.

Arvato
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Arvato ist ein international tätiger Outsourcing-Dienstleister. Das Unternehmen mit Sitz in Gütersloh ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Bertelsmann. Arvato beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 70.000 Mitarbeitern in über 40 Ländern. Das Unternehmen gliedert sich in sieben sogenannten Solution Groups, die Geschäftsbereiche wie Call-Center, Adresshandel, Direktmarketing, Finanzdienstleistungen oder auch Cloud Computing umfassen.

Zwar blieb der Umsatz mit 1,35 Milliarden Euro stabil. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf Unternehmenswerte (Ebita) dagegen ging um 3,3 Prozent auf 176 Millionen Euro zurück - nach 182 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Als Grund nennt das Unternehmen Umschichtungen bei den Werbeerlösen in das erste Halbjahr. Werbekunden hatten ihre Spots wegen großer Sportereignisse im Sommer wie der Olympischen Spiele und der Fußball-EM, die zumeist von der RTL-Konkurrenz übertragen wurden, bei RTL eher auf frühere Monate vorgezogen.

Neben der im MDax notierten Sendergruppe RTL Group gehören zum Konzern Penguin Random House (Buchverlag), Gruner + Jahr (Zeitschriften), BMG (Musikrechte), Arvato (Dienstleistungen), Printing Group (Druckereien) sowie eine Bildungs- und eine Investment-Sparte. Quartalszahlen für die Unternehmensbereiche veröffentlicht Bertelsmann - mit Ausnahme der RTL Group - nicht. Mehr als 80 Prozent des Konzerns gehören Stiftungen, allen voran der Bertelsmann-Stiftung.

  • dpa
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