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03.04.2008 
Milliardenmarkt

Bertelsmann rollt Kommunen auf

von Hans-Peter Siebenhaar

DÜSSELDORF. „Ein riesiges Geschäft liegt sozusagen vor unserer Haustür“, ergänzte der 43-Jährige. Arvato, einst die reine Drucksparte, startete vor wenigen Tagen die erste Zusammenarbeit mit einer Kommune. In Würzburg unterstützt das Unternehmen die Stadtverwaltung in den kommenden zehn Jahren bei Dienstleistungen.

Der politische Widerstand gegen eine Privatisierung von kommunalen Diensten sinkt. "Wir laufen nur noch selten gegen eine Betonwand. Die Bereitschaft outzusourcen wächst“, sagt Buch. „Derzeit interessieren sich etwa 30 Städte für unsere Dienstleistungen. Das sind mehr Kommunen als wir überhaupt bewältigen könnten.“

Der Markt in Deutschland ist bislang anders als etwa in Großbritannien kaum entwickelt. In Großbritannien hatte Arvato bereits gute Erfahrungen mit der Übernahme von kommunalen Aufgaben im britischen Landkreis East Riding gemacht. Der Vertrag in East Riding hat nach Unternehmensangaben ein Volumen von 200 Mill. Euro. Arvato zieht dort beispielsweise die Steuern für die Gemeinde ein und übernimmt städtische Telefon-Zentralen.

Buch sagte, die Entscheidungsprozesse für die Auslagerung von städtischen Aufgaben in Deutschland seien lang. „Die Milliarde Umsatz halte ich aber nicht für ausgeschlossen.“ Nach Großbritannien und Deutschland will Bertelsmann den spanischen Markt in Angriff nehmen. „Wir beschäftigen uns bereits damit“, sagte der Arvato-Chef. Rolf Buch ist seit Ende 2007 im Amt. Sein Vorgänger Hartmut Ostrowski ist inzwischen Chef des Mutterkonzerns Bertelsmann.

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