Bertelsmann
RTL-Mutter lebt gut von ihren Töchtern

Gute Zeiten in Gütersloh: Der Gewinn von Bertelsmann wächst kräftig. Die Geschäfte im TV- und Buchbereich laufen prächtig – das lässt den Medienkonzern von neuen Zielen träumen.
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MünchenErfolgsformate wie die RTL-Sendung „Bauer sucht Frau“ oder US-Bestseller wie „The girl on the train“ lassen beim Medienkonzern Bertelsmann die Gewinne sprudeln. „Wir sind sehr zufrieden mit der Entwicklung der vergangenen Monate. Unser Umsatz ist so hoch wie seit 2007 nicht mehr, das operative Ergebnis ist das beste der Bertelsmann-Geschichte“, sagte Vorstandschef Thomas Rabe am Montag. In die Zukunft blickt er optimistisch: „Das Konzernergebnis wollen wir mittelfristig deutlich steigern in Richtung einer Milliarde Euro“, erklärte er.

Im ersten Halbjahr hatte der Medienkonzern aus Gütersloh den Überschuss binnen Jahresfrist um etwa die Hälfte auf 398 Millionen Euro erhöht. Der Umsatz kletterte leicht auf gut acht Milliarden Euro. Vor allem die Publikumsverlagsgruppe Penguin Random House, die Bücher von Beststellerautoren wie Dan Brown und Ken Follett herausgibt, habe den Umsatz kräftig gesteigert und von positiven Währungseffekten profitiert. Gut entwickelt habe sich auch das Digitalgeschäft der RTL Group, die Finanzdienstleistungen von Arvato sowie die Musikrechtetochter BMG. Zudem habe RTL von einer guten Werbekonjunktur und gefragten Reklamezeiten rund um das „Dschungelcamp“ profitiert. Lediglich die Zeitschriftentochter Gruner + Jahr, die unter anderem die Magazine „Stern“ und „Geo“ herausgibt, habe leicht sinkende Gewinne verkraften müssen.

Firmenchef Rabe zeigte sich offen, den Minderheitsanteil der britischen Pearson an dem gemeinsamen Verlagshaus Penguin Random House zu übernehmen. „Wir können uns vorstellen, im Lauf der Zeit unsere Beteiligung aufzustocken“, sagte er. Derzeit hält Bertelsmann 53 Prozent, der Rest gehört den Briten. Pearson zieht sich aus vielen Medienbeteiligungen zurück, darunter aus renommierten Wirtschaftstiteln wie die „Financial Times“ und der „Economist“. Ab Ende Oktober könne Pearson von seinem Partner eine Bewertung der Anteile an Penguin Random House verlangen, danach habe Bertelsmann ein Vorkaufsrecht. „Wir sind auf alles vorbereitet“, sagte Rabe.

Er kündigte zudem an, den Konzern im Bildungsbereich noch zu erweitern. An Teilbereichen von News Corp, das sich von seinem Bildungsportfolio trennen will, sei er aber nicht interessiert. Die Amerikaner hätten Angebote für Klein- und Schulkinder im Programm, während sich Bertelsmann vor allem auf akademische Titel konzentrieren wolle.

Der Manager ließ durchblicken, dass er über seinen aktuellen Vertrag hinaus weiter Vorstandschef bei Deutschlands größtem Medienkonzern bleiben will. Der Umbau von Bertelsmann brauche noch mehrere Jahre. „Und diejenigen, die mich kennen, wissen, dass ich keine halben Dinge mache“, sagte Rabe. Sein Mandat läuft noch bis Ende 2016. Im Laufe von 2015 werde noch das Amt des Finanzvorstands neu besetzt. Amtsinhaberin Judith Hermann hatte den Job im Januar nach weniger als zweieinhalb Jahren an den Nagel gehängt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Bertelsmann hat starke Medienmacht, über alle Kanäle.

    Oder anders gesagt: Bertelsmann macht Meinungen.


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