Bertelsmann weist Gewinn von mehr als 1,4 Milliarden aus
Bertelsmann denkt über eigene Mobilfunkmarke nach

„Wir prüfen den Einstieg als MVNO“, sagte Hartmut Ostrowski, Chef der Mediendienstleistungstochter Arvato, auf der Jahrespressekonferenz des Konzerns in Berlin.

HB BERLIN.

HB BERLIN. Beim Mobile Virtual Network Operation (MVNO) kaufen Anbieter, die über kein eigenes Netz verfügen, Kapazitäten bei anderen ein. Bertelsmann werde dann mit einer eigenen Marke am deutschen Markt auftreten, aber kein eigenes Netz betreiben, sagte Ostrowski. Bertelsmann sei auf alle vier Mobilfunkbetreiber in Deutschland - T-Mobile, Vodafone, E-Plus und O2 - zugegangen. Einige seien flexibler als andere, sagte Ostrowski lediglich.

Der Hamburger Kaffeeröster und Handelskonzern Tchibo hatte im Oktober eine Vertriebspartnerschaft mit dem kleinsten deutschen Mobilfunkanbieter o2 gestartet. Gemeinsam bieten die Unternehmen Handys zu Preisen von rund 50 bis 100 Euro. Kunden können ausschließlich im Voraus bezahlte Guthabenkarten kaufen. Die Partnerschaft trug bei o2 im Weihnachtsgeschäft zum stärksten Kundenzuwachs in der Unternehmensgeschichte bei. Auch Vodafone überlegt, mit einem Billigangebot ähnlich dem Tchibo-Modell an den Markt zu gehen. E-Plus will ebenfalls eine Billigmarke einführen, um weitere Kundengruppen zu erreichen.

Ostrowski kündigte zudem eine digitale Download-Plattform an, die in Kürze starten soll. Auf der Plattform mit Namen „Gnab“ will Bertelsmann Filme und Spiele anbieten.

RTL verhilft Bertelsmann zu Gewinnsprung

Der größte europäische Medienkonzern Bertelsmann hat den operativen Gewinn im vergangenen Jahr deutlich gesteigert. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) erhöhte sich von 1,026 auf 1,429 Milliarden Euro, wie die Bertelsmann AG am Donnerstag in Berlin mitteilte. Der Konzernumsatz wuchs weniger stark auf 17 Milliarden Euro (Vorjahr: 16,8 Milliarden). Unterm Strich blieb ein Jahresüberschuss von 1,032 Milliarden Euro übrig. Im laufenden Jahr erwartet Bertelsmann in allen Feldern weiteres Wachstum.

Wichtigster Umsatzträger war auch im vergangenen Jahr die RTL-Fernsehgruppe mit einem Umsatz von nahezu 4,9 Milliarden, gefolgt vom Medien-Dienstleister Arvato mit knapp 3,8 Milliarden. Die Bertelsmann Music Group (BMG) trug mit 2,5 Milliarden Euro zum Umsatz bei, der Zeitschriftenverlag Gruner+Jahr mit 2,4 Milliarden und die Buchclub-Sparte Direct Group mit 2,2 Milliarden. Kleinste Sparte war der Buchverlag Random House (1,8 Milliarden).

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