Beschäftigte kommen zu Atos
Premiere lagert IT aus

Der Bezahlfernsehsender Premiere lagert seine operativen IT-Aktivitäten aus. Der IT-Dienstleister Atos Origin soll die Aufgaben übernehmen. An dem wiederum hat die Telekom Interesse.

HB MÜNCHEN. „Der Outsourcing-Vertrag hat eine Laufzeit von zehn Jahren und umfasst ein Gesamtvolumen im unteren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich“, teilten Premiere und Atos am Dienstag mit. Die 100 betroffenen Mitarbeiter würden von Atos weiter beschäftigt. „Die Kernkompetenzen von Premiere sind exklusives Fernsehen und innovates Marketing, nicht die Informationstechnologie“, hieß es zur Begründung für die Auslagerung.

Ab dem 1. September werde Atos das Kundenmanagementsystem von Premiere, über das die rund 3,3 Mill. Premiere-Abonnenten verwaltet und abgerechnet werden, betreiben und weiterentwickeln. Zudem betreue Atos sämtliche Internetportale von Premiere, die PC-Arbeitsplätze und berate den Sender bei Systemänderungen und Einkauf von Hard- sowie Software.

Mit dem Vertrag mit Atos schließt Premiere die Auslagerung seiner IT vollständig ab. Mittelfristig erwartet sich Premiere davon deutliche Effizienzgewinne. Die erst im März an die Börse gegangene Gesellschaft schrieb im Halbjahr erstmals schwarze Zahlen und rechnet auch im Gesamtjahr mit einem positiven Nettoergebnis. Der Umsatz soll über 1,1 Mrd. € steigen. Atos erzielte 2004 mit 46 000 Mitarbeitern in 40 Ländern einen Jahresumsatz von 5,3 Mrd. €. Zu den Kunden gehören unter anderem Karstadt-Quelle, E-Plus und die Deutsche BP.

Die Deutsche Telekom ist nach Handelsblatt-Informationen zudem an einer Übernahme des französisch-niederländischen IT-Dienstleisters Atos Origin interessiert. Die Geschäftskundensparte T- Systems prüft demnach eine Akquisition. Ein Telekom-Sprecher lehnte einen Kommentar dazu ab.

Nach Angaben aus Branchenkreisen würde Atos Origin eine gute Ergänzung für T-Systems sein. Atos sei in den Niederlanden und Frankreich stark und passe damit zu der Telekom-Tochter, die vor allem in Deutschland präsent sei. Die Telekom hatte sich nach dem drastischen Schuldenabbau in den vergangenen Jahren zuletzt wieder offen für Großakquisitionen gezeigt. So prüften die Bonner mit KPN eine gemeinschaftliche Übernahme des britischen Mobilfunkanbieters O2, der mit rund 20 Mrd. € zu Buche geschlagen hätte.

Nach Angaben von Experten stecken die europäischen IT-Dienstleister in einer Konsolidierungsphase. In den vergangenen Monaten haben Branchenschwergewichte aus den Vereinigten Staaten ihre Position in Europa durch Zukäufe gestärkt. HP erwarb etwa die Thyssen-Krupp-Tochter Triaton. Atos Origin wurde bereits als Kooperationspartner für Siemens Business Services (SBS) genannt.

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