Besucherrückgang verschärft Lage
Cinemaxx droht Arbeitsplatzabbau

Angesichts eines deutlichen Besucherrückgangs setzt der Kinobetreiber Cinemaxx seinen Sparkurs fort.

HB HAMBURG. In deutschen Kinos wurde bis Ende Juni ein Besucherminus von 16,6 % verzeichnet, bei der Cinemaxx AG von 12 %. Deswegen will Cinemaxx-Vorstandschef Hans-Joachim Flebbe, der auf ein „Feuerwerk von Blockbustern“ als Besuchermagnet 2006 hofft, weitere Mietreduzierungen und geringere Personalkosten durchsetzen.

„Das Jahr 2005 wird als das vorläufig schlimmste Krisenjahr der Filmtheaterbranche in die Geschichte der Multiplex-Ära eingehen“, sagte Flebbe auf der Hauptversammlung das Unternehmens am Donnerstag in Hamburg. Wenn selbst in den USA die Besucherzahlen erstmals massiv zurückgingen, gerate eine ganze Branche ins Wanken. Die Probleme seien seit Jahren die gleichen: Die Konsumflaute in Deutschland, der DVD-Boom, Raubkopien und jetzt die stärker werdende Verbreitung von Flachbildschirmen, die durch Größe und Bildschärfe Kinogefühl ins Wohnzimmer holten, sagte Flebbe.

Durch Einsparungen sollen die Gesamtkosten im kommenden Jahr von 128 Mill. € (2003) auf 94 Mill. € zurückgefahren werden. Die Filmverleiher sind nach Darstellung des Cinemaxx-Chefs erstmals nachgiebig geworden, so dass eine geringere Nettoleihmiete herausspringe. Bei den laufenden Tarifverhandlungen will das Unternehmen die Löhne für neue Mitarbeiter senken. „Wir können einen Arbeitsplatzabbau nicht ausschließen“, sagte zudem Finanzvorstand Hartmut Scheunemann. Cinemaxx beschäftigt derzeit rund 2000 Mitarbeiter.

Auch bei den Mieten sollen die Kosten gesenkt werden. „Die Betreiber und Vermieter von Kinos haben erkannt, dass sie eine Schicksalsgemeinschaft bilden“, sagte Flebbe. „Zugeständnisse bei den Mieten sind aber nur scheibchenweise zu erreichen.“ Da die Verträge eine lange Laufzeit haben und die Immobilien kaum anderweitig zu vermieten sind, war ein neues Modell mit Mindest- und umsatzbezogener Miete eingeführt worden. Von einigen unprofitablen Standorten hat sich CinemaX bereits getrennt und verfügt momentan über 36 Multiplex- Kinos mit 83 000 Sitzplätzen sowie zehn klassische Filmtheater.

Mit den Einsparungen könnte die Cinemaxx-Gruppe nach Angaben von Flebbe im kommenden Jahr „endlich ein positives Ergebnis“ erzielen. „Mission Impossible 3“, „Ice Age 2“, ein neuer James-Bond-Film sowie deutsche Produktionen wie Bernd Eichingers Romanverfilmung von „Das Parfum“ sollen 2006 die Besucher ins Kino locken. Im 1. Halbjahr 2005 war das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit mit 8,6 Mill. € weiter ins Minus gerutscht (Vorjahreszeitraum: Minus 4,1 Mio).

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