Beteiligung an Proximus
Vodafone und Belgacom entzerren Mobilfunk-Beteiligungen

Die Telekomkonzerne Vodafone und Belgacom haben ihre Beteiligungen in Belgien und Frankreich entzerrt. Wie die Unternehmen am Freitag mitteilten, wird Belgacom die 25-prozentige Beteiligung von Vodafone an Proximus erwerben und damit den führenden Handy-Anbieter Belgiens vollständig übernehmen.

dpa-afx LONDON/BRÜSSEL. Belgacom gab zudem den Verkauf seines 5,8-prozentigen Anteils an der französischen Telefongesellschaft Neuf Cegetel bekannt, an der neben Vivendi auch Vodafone beteiligt ist.

Der belgische Marktführer Belgacom zahlt für den Erwerb des Proximus-Anteils zwei Mrd. Euro. Die Trennung stehe im Einklang mit der Strategie von Vodafone, sein Beteiligungsportfolio aktiv zu managen, sagte Vodafone-Chef Arun Sarin. Den Erlös will er in den Schuldenabbau investieren. Über ein Kooperationsabkommen wollen Belgacom und Vodafone weiterhin zusammenarbeiten. Die Transaktion wollen die beiden Gesellschaften noch im laufenden Jahr abschließen, offen ist allerdings noch die Zustimmung der Kartellbehörden.

Mit dem Verkauf setzt Sarin die Neuordnung der Vodafone-Beteiligungen fort: Vor einigen Monaten hatten sich die Briten bereits aus Japan zurückgezogen und damit Spekulationen über einen Verkauf ihrer amerikanischen Mobilfunk-Beteiligung geschürt. An Verizon Wireless will Sarin nach eigenen Angaben indes festhalten.

Mit dem Verkauf der Beteiligung an Neuf Cegetel zieht sich Belgacom von dem französischen Telefongesellschaft zurück. Käufer sei die Vivendi-Tochter SFR, an der Vodafone eine Minderheitsbeteiligung hält. Der Erlös betrage 187 Mill. Euro. Bei einem möglichen Börsengang von Neuf Cegetel könnten die Belgier zudem am Erlös beteiligt werden. Da Belgacom mit seiner Minderheitsbeteiligung keine Aussicht auf die Übernahme der Kontrolle an Neuf Cegetel habe, sei der Verkauf konsequent, sagte Vorstandschef Didier Bellens. Er zeigte sich offen für Zukäufe, allerdings sei sein Unternehmen nicht "verzweifelt" auf der Suche nach Akquisitions-Möglichkeiten.

Die Aktie von Belgacom und Vodafone legten im frühen Handel leicht zu, was Händler mit der Proximus-Transaktion begründeten. Der Verkauf sei positiv für Vodafone, da der Kaufpreis über den Erwartungen des Marktes liege, meinten die Analysten der Deutschen Bank. Der hohe Preis ist aus Sicht von ING-Experte Nicolas Saillez für Belgacom dennoch gerechtfertigt, da die Belgier die volle Kontrolle über den Mobilfunkanbieter erhalten.

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