Beteiligung
Drillisch greift nach Mobilcom

Der Mobilfunkbetreiber Drillisch ist bei der Büdelsdorfer Mobilcom AG eingestiegen. Man habe sich mit mehr als 9,39 Prozent an norddeutschen Unternehmen beteiligt, teilte Drillisch mit. Zu den Hintergründen machte das Unternehmen keine Angaben.

HB MAINTAL. Ein Drillisch-Sprecher bekräftigte allerdings frühere Aussagen, wonach die Gesellschaft eine „aktive Konsolidierung der Serviceprovider“ in Deutschland erwarte. Der Kurs von Drillisch legte um 4,38 Prozent auf 5,05 Euro zu, die Notierung von Mobilcom stieg um 0,5 Prozent auf 17,98 Euro. Mobilcom befürchtet hingegen nicht, dass Drillisch die Büdelsdorfer Gesellschaft übernimmt. „Wir begrüßen Drillisch als neuen Aktionär. Wir gehen aber nicht davon aus, dass uns das Unternehmen übernimmt“, meint ein Mobilcom-Sprecher.

Auch Aktienanalysten rechnen nicht damit, dass der Mobilfunk-Service-Provider dem Konkurrenten Mobilcom ein Übernahmeangebot unterbreitet. Als Grund nennen sie, dass dies die Finanzkraft der Gesellschaft übersteige. „Ich gehe davon aus, dass Drillisch möglicherweise ein Übernahmeangebot eines Dritten erwartet und dies ausnutzt“, meint Per-Ola Hellgren, Analyst bei der Landesbank Rheinland-Pfalz. Einen Namen nannte er nicht. An Mobilcom ist der amerikanische Finanzinvestor Texas Pacific beteiligt.

Dass Mobilcom zum Übernahmekandidaten geworden ist, liegt möglicherweise an dem fehlgeschlagenen Zukauf von AOL Deutschland, meinen Börsianer. Die Mobilcom-Tochter Freenet hatte sich erst vor kurzem bemüht, das Internetzugangsgeschäft (DSL) von AOL Deutschland zu kaufen. Trotz eines milliardenschweren Übernahmeangebots machte allerdings die Telecom-Italia-Tochter Hansenet das Rennen. Damit verpasste Freenet die Chance, im wachstumsträchtigen DSL-Markt seine Wettbewerbsposition zu verbessern. Marktführer auf dem deutschen DSL-Markt ist T-Online mit mehr als fünf Mill. Kunden, gefolgt von Hansenet und United Internet mit jeweils zwei Mill. Kunden.

Mobilcom unterliegt als Service-Provider einem erheblichen Wettbewerbsdruck. Denn das Unternehmen arbeiten als Zwischenhändler für Handyverträge. Der Preisrückgang für mobile Telefonate setzt diese Anbieter erheblich unter Druck.

Mobilcom ist an Freenet mit mehr als 50 Prozent beteiligt. Die beiden Gesellschaften wollen sich bereits seit mehr als einem Jahr zu einem integrierten Anbieter für Mobilfunk, Festnetz und Internet zusammenschließen, Aktionäre versuchen, das zu verhindern. Das Landgericht Kiel hatte den Firmen hierfür vor kurzem grünes Licht gegeben. Allerdings kann hiergegen noch Widersprich eingelegt werden.

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