Betriebsrat sieht nur noch einen Interessenten
Die Luft für BenQ Mobile wird dünn

Es klingt nicht gerade vielversprechend: Unter „mehreren“ Interessenten für den insolventen Handybauer BenQ Mobile, mit denen der Insolvenzverwalter verhandelt, ist nur nach Angaben des Betriebsrates ist inzwischen nur noch ein ernsthafter Interessent. Damit wird die Luft für das Unternehmen ganz schön dünn.

HB MÜNCHEN / KAMP-LINTFORT. Für den insolventen Handy-Hersteller BenQ Mobile wird die Luft immer dünner. Kurz vor dem Ablauf der offiziellen Verhandlungsfrist an diesem Sonntag sei einer von ernsthaften zwei Interessenten abgesprungen, sagte der Gesamtbetriebsrat von BenQ Mobile, Josef Michael Leucker, am Freitag in Kamp-Lintfort der dpa. Damit gebe es nur noch einen ernst zunehmenden Interessenten für die Reste der ehemaligen Siemens-Handysparte mit ihren noch mehr als 1000 Beschäftigten. Dabei soll es sich um eine Investorengruppe aus dem IT- und Halbleiterbereich handeln, die von einem Münchner Rechtsanwalt vertreten wird. Der andere Kandidat habe die Sache finanziell nicht stemmen können, sagte Ulrich Marschner von der IG Metall.

Der Insolvenzverwalter äußerte sich zurückhaltender: Er verhandle immer noch mit möglichen Investoren. „Es gibt mehrere Interessenten, mit denen auch am 31. Dezember noch verhandelt wird“, erklärte ein Sprecher von Insolvenzverwalter Martin Prager am Freitag. Berichte, wonach einer der Interessenten am 2. Januar ein Angebot vorlegen werde, wollte der Sprecher nicht kommentieren, „um die Verhandlungen nicht zu gefährden“.

Nach Angaben des Betriebsrats, ruhen nun alle Hoffnungen auf dem letzten verbleibenden Interessenten. Es werde zu 75 Prozent damit gerechnet, dass dieser Kandidat Anfang Januar ein konkretes Angebot auf den Tisch legt, sagte Marschner. Zur Zeit fehle aber noch ein Zukunftskonzept. Der vorläufige Insolvenzverwalter Martin Prager hatte bislang den 31. Dezember als letzten Termin für ein verbindliches Angebot genannt. Wenn bis dahin niemand gefunden werde, müsse der Betrieb geschlossen werden, da am 1. Januar 2007 das Insolvenzverfahren eröffnet wird. Dann darf das Unternehmen keine roten Zahlen mehr schreiben, was angesichts hoher Material- und Personalkosten sowie eines weiteren Umsatzeinbruchs kaum möglich ist.

Leucker hatte sich bereits am Donnerstag zum Verhandlungsstand geäußert und damit den vorläufigen Insolvenzverwalter verärgert. Es sei nicht angebracht, laufende Verhandlungen zu kommentieren und diese damit möglicherweise zu gefährden, sagte eine Sprecherin Pragers am Freitag in München. Sie wollte sich nicht zum aktuellen Verhandlungsstand äußern. „Es bestehen aber noch Chancen“, sagte sie. Durch die Insolvenz haben bereits zwei Drittel der ehemals 3000 BenQ-Mobile-Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze verloren. Neben der Zentrale in München sind auch die Standorte Bocholt und Kamp-Lintfort von dem Debakel betroffen.

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