Betrug durch Handelspartner
Mobilcom hat Ärger mit Prepaid-Paketen

Mobilcom hat Ärger mit dem Düsseldorfer Mobilfunkbetreiber Vodafone. Er verlangt Provisionen von zwei bis drei Mill. Euro für den Vertrieb von Prepaid-Paketen zurück.

HAMBURG/DÜSSELDORF. Mobilcom hatte von Vodafone Prepaid-Bandels (Handy plus im voraus bezahlter Prepaid-Karte) eingekauft. Diese sollten von einem Handelspartner der Büdelsdorfer Gesellschaft auch als Paket weiterveräußert werden. Daran hat sich einer der Mobilcom-Händler aber nicht gehalten, heißt es in Firmenkreisen. Er verkaufte die Geräte in Osteuropa und räumte die Prepaid-Guthaben separat über seine eigenen 0190-Nummern ab. Zudem kassierte der Fachhändler die Provision, die Vodafone für die Vertriebsunterstützung an Mobilcom zahlt. Sprecher von Vodafone und Mobilcom wollten sich hierzu auf Anfrage nicht äußern.

In der Branche sind solche Vorfälle eine Ausnahme. „Hierbei handelt es sich um Einzelfälle“, meint Jürgen Grützner, Geschäftsführer des Verbands der Anbieter von Telekommunikation- und Mehrwertdiensten. In der Regel werden die Provisionen nur gezahlt, wenn die Telefonkarten mehrfach benutzt, also wieder aufgeladen wurden.

Mobilcom verkauft unter anderem Prepaid-Produkte von Vodafone, T-Mobile, E-Plus, O2 über ein eigenes Vertriebsnetz. Dazu gehören rund 270 eigene Läden sowie rund 1 700 Händler. Die Büdelsdorfer Gesellschaft hatte 2005 die Zahl ihrer Mobilfunkkunden um rund 300 000 auf rund 4,82 Mill gesteigert. Davon sind rund die Hälfte Prepaid-Kunden.

Prepaid-Handys sind für Betrügereien anfällig: Sie werden über die Software des Telefons so eingestellt, dass sie nur mit der mitgelieferten Karte des Mobilfunkanbieters betrieben werden können. Handykarten anderer Anbieter können mit diesen subventionierten Mobiltelefonen nicht genutzt werden.

Die Geräte sind in der Regel für 24 Monate gesperrt, dann kann man vom Mobilfunkanbieter einen Code einfordern, mit dessen Hilfe das Telefon entsperrt wird. Da es sich um einen Softwareschutz handelt, kann er von Hackern geknackt werden. Der „Kunde“ merkt davon nichts, da kein Eingriff in die Hardware notwendig ist.

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