Betrug, Steuerhinterziehung, Insolvenz
Unister-Manager stehen ab Januar vor Gericht

Mysteriöse Geschichten ranken sich um das insolvente Internet-Unternehmen Unister. Wegen möglichen Betrugs und Steuerhinterziehung stehen drei ehemalige Manager vor Gericht. Der Prozess beginnt im Januar.
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LeipzigDrei frühere Manager des Internet-Unternehmens Unister stehen Anfang nächsten Jahres vor dem Landgericht Leipzig. Am 11. Januar beginnt ein Prozess, in dem es unter anderem um Steuerhinterziehung und Computerbetrug geht. Die Wirtschaftsstrafkammer habe bis Juni 18 Verhandlungstage angesetzt, sagte ein Landgerichtssprecher am Mittwoch in Leipzig. Zuvor hatte der Rechercheverbund von „Süddeutscher Zeitung“, NDR und WDR darüber berichtet.

Das Leipziger Unternehmen Unister, das mit Portalen wie fluege.de und ab-in-den-urlaub.de zu einem großen Online-Vermittler von Flügen und Reisen aufgestiegen war, hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen.

Ursprünglich hatte die Generalstaatsanwaltschaft Dresden auch gegen den Gründer und langjährigen Chef von Unister, Thomas Wagner, ermittelt. Der 38-Jährige war jedoch im Sommer bei einem Flugzeugabsturz in Slowenien ums Leben gekommen. Er befand sich auf der Rückreise aus Venedig, wo er einen Kredit für sein klammes Unternehmen auftreiben wollte, aber auf einen Betrug hereinfiel. Der Unister-Konzern meldete unmittelbar danach Insolvenz an.

Die Ermittler werfen den Unister-Managern vor, Kunden in mehr als 87.000 Fällen durch das sogenannte Runterbuchen betrogen zu haben. Den Ticketkäufern seien Preisvorteile vorenthalten worden. „Die Staatsanwaltschaft geht von einem Gesamtschaden der Kunden von mehr als 7,6 Millionen Euro aus“, teilte das Landgericht mit. In einem zweiten Komplex des Prozesses geht es um Steuerhinterziehung.

Ein Teil der Anschuldigungen stammt aus einer ersten Anklage, die das Landgericht schon im Frühjahr zugelassen, dabei aber auch Vorwürfe zurückgewiesen hatte. Jetzt werden beide Anklagen in einem Prozess verbunden. Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden ist nach Angaben eines Sprechers unterdessen weiter mit den Ermittlungen zu dem dubiosen Kreditdeal in Venedig befasst, nach dem Wagner im Sommer ums Leben kam.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Betrug, Steuerhinterziehung, Insolvenz: Unister-Manager stehen ab Januar vor Gericht"

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  • Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

    @ Herr Hoffmann

    ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
    Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

    @Porters

    VIELEN DANK Herr Porters,
    es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
    Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
    Schön das Sie das zu schätzen wissen.

    Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
    Paff, von Horn, Trautmann, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso....

    ohne sie wäre ich hier sehr einsam !
    Danke

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