Bezahl-Tochter
PayPal beschert Ebay Gewinnsprung

Der Internet-Marktplatz Ebay hat seit Jahren Probleme, frisches Wachstum zu generieren. Was die Konzernmutter nicht mehr schafft, übernimmt zunehmend die Bezahl-Tochter PayPal. Sie verhalf Ebay im abgelaufenen Quartal zu einem kräftigen Gewinnsprung. Die Investoren des US-Konzerns sind begeistert.
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HB SAN JOSE. Nicht mehr die einst rasant gewachsenen Auktionen sind es, die bei Ebay heute für gute Geschäfte sorgen - es ist der Online-Zahlungsdienst PayPal. Im dritten Quartal legte der Umsatz mit den Bezahldiensten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 22 Prozent auf 838 Mio. Dollar zu, der Internet-Marktplatz selbst kam nur auf ein mageres Plus von drei Prozent auf 1,4 Mrd. Dollar. „PayPal hat weltweit Marktanteile gewonnen“, sagte Firmenchef John Donahoe am Mittwoch zufrieden. Das machte sich auch deutlich im Gewinn bemerkbar, der um 23 Prozent auf unterm Strich 432 Mio. Dollar (310 Mio. Euro) kletterte. Donahoe hob daraufhin die Jahresprognose an. "PayPal ist der Star," sagte Colin Gillis, Analyst bei BGC Partners in New York.

Auch die Anleger waren begeistert. Nachbörslich ging die Aktie um mehr als sieben Prozent nach oben. Dabei störte es auch nicht, dass der Gesamtumsatz auf den ersten Blick bei 2,2 Mrd. Dollar nahezu stagnierte. Das liegt daran, dass Ebay zwischenzeitlich seine defizitäre Internettelefonie- Tochter Skype verkauft hat. Diese herausgerechnet, lag das Umsatzplus bei zehn Prozent. Für das vierte Quartal rechnet Ebay nun mit einem Umsatz von 2,39 bis 2,49 Mrd. Dollar. Analysten gingen bislang von durchschnittlich 2,4 Mrd. Dollar aus. Beim bereinigten Gewinn erwartet der Konzern 45 bis 48 Cent je Aktie. Der Ausblick übertraf die bisherigen Prognosen der Experten von 44 Cent..

Über PayPal können Kunden unter anderem ihre Ebay-Einkäufe bezahlen. PayPal bietet seine Dienste aber auch fremden Online-Shops an. Das zweite Standbein ist für Ebay vor allem deshalb wichtig, weil der Rivale Amazon.com dem Marktplatz mit hohen Rabatten und vielfach kostenlosem Versand das Leben schwer macht. Der weltgrößte Einzelhändler legt seine Quartalszahlen einen Tag später vor. Ebay versucht gegenzusteuern und arbeitet seit längerem am Ausbau des Online-Auktionshauses zu einer Handelsplattform mit mehr Festpreis-Angeboten, Profi-Verkäufern und Neuwaren. Deutschland ist für Konzernchef Donahoe dabei eine der Vorzeige-Regionen, wo die Neuausrichtung schon ein gutes Stück gelungen ist. In Deutschland lockt Ebay seine Kunden zudem mit kostenlosen Kleinanzeigen - erfolgreich, wie das Unternehmen beteuert.

Im Gesamtjahr will Ebay nun einen Umsatz von bis zu 9,15 Mrd. Dollar erreichen und einen Gewinn je Aktie von bis zu 1,33 Dollar erwirtschaften. Das ist mehr als bislang veranschlagt, allerdings weniger als die ursprünglich erwarteten 1,34 Dollar. Im Krisenjahr 2009 hatte der 1,9 Mrd. Dollar schwere Verkauf von Skype die Kasse prall gefüllt. Ebay hatte den Internettelefonie- Dienst Mitte November mehrheitlich an eine Investorengruppe um den Internetpionier und Netscape-Gründer Marc Andreessen verkauft. Die Investoren wollen Skype nun an die Börse bringen.

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