Bezahlfernsehen
Angebot für Sky-Übernahme steht

Rupert Murdochs Fernsehkonzern 21st Century Fox verkauft seinen Anteil am deutschen Bezahlsender Sky. Käufer ist BSkyB, bei der Murdoch Großaktionär ist. Für ausstehende Aktionäre gibt es ein Übernahmeangebot.
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MünchenDer britische Bezahlfernsehsender BSkyB will sein Schwesterunternehmen Sky Deutschland übernehmen. BSkyB teilte am Freitag mit, der bisherigen Mehrheitsaktionärin 21st Century Fox ihren Anteil für 2,9 Milliarden Pfund (etwa 3,65 Milliarden Euro) abkaufen zu wollen. Den übrigen Aktionären bieten die Briten 6,75 Euro je Aktie und damit kaum mehr als das Papier zuletzt an der Börse kostete. BSkyB hatte immer betont, keinen großen Aufschlag zahlen zu wollen. Die Sky-Aktien hatten am Donnerstag bei einem Kurs von 6,66 Euro geschlossen.

Derzeit hält Murdoch über Fox 39 Prozent an BSkyB. Neben dem deutschen Pay-TV-Geschäft von Fox sollen die Briten für rund zwei Milliarden Pfund (2,6 Milliarden Euro) auch die Anteile des Murdoch Imperiums an Sky Italia übernehmen. Sky Deutschland ist zwar der kleinste, aber am schnellsten wachsende der drei Sender.

Mit der Übernahme will Murdoch einen europäischen Pay-TV-Riesen schmieden, der dann europaweit rund 20 Millionen Abonnenten hätte. Im Pay-TV-Geschäft hängen die europäischen Sender derzeit noch hinterher. Während in den USA 90 Prozent aller Zuschauer ein Pay-TV-Abo bezahlen, sind es in Europa gerade einmal 40 Prozent.

BSkyB war zuletzt unter Druck geraten, weil Konkurrent British Telekom (BT) eigene Sportkanäle im Internet frei zugänglich machte. Mit der Übernahme von Virgin Media drängt zudem auch Murdoch-Gegenspieler John Malone mit seinem Unternehmen Liberty Global auf den Markt. Gemeinsam könnten Murdochs Sender nun bei der Vergabe von Sportrechten und Filmlizenzen offensiver auftreten.

Und der Verkauf hat für Murdoch noch einen weiteren Vorteil: Mit dem Geld aus dem Verkauf könnte der Medienzar ein weiteres Übernahmeangebot für Time Warner vorbereiten. Eine erste Offerte von 80 Milliarden Dollar (59 Milliarden Euro) hatte Time Warner Mitte Juli ausgeschlagen. Mehr 85 Dollar pro Aktie müsste Murdoch bezahlen, um das US-Medienhaus zu übernehmen, zu dem auch CNN, HBO und die Warner Bros. Studios gehören. Eine Größenordnung, die wohl das Ranking von Fox negativ beeinflusst hätte - würden die Verkäufe in Europa nicht neues Geld in die Kassen spülen.

Murdoch und sein Sohn James, der von 2003 bis 2007 an der Spitze von BSkyB stand, sollen schon seit Jahren darüber nachdenken, die europäischen Aktivitäten zu bündeln. Ein Angebot zur Komplettübernahme von BSkyB im Jahr 2011 wurde durch einen Abhörskandal in Murdochs Zeitungsreich überschattet. Die Boulevardzeitung „News of the World“, Teil von Murdochs News Corp. hatte damals zugeben müssen, mehrere Mitglieder des Königshaus und führende Politiker in Großbritannien abgehört zu haben.

Im vergangenen Jahr wurde das Imperium von Murdoch darum gespalten in Fox und News Corp, wobei die Murdoch-Familie an beiden Unternehmen weiterhin große Anteile hält.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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Bloomberg / Nachrichtenagentur

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