Bezahlfernsehen
Bundesliga vor Rückkehr zu Premiere

Die Spiele der Fußball-Bundesliga könnten künftig wieder beim Bezahlsender Premiere zu sehen sein. Der Pay-TV-Kanal Arena erwägt, die Rechte als Sublizenz an den Münchner Konkurrenten weiterzureichen. Beide Unternehmen wollten ihre Zusammenarbeit sowieso vertiefen. Bei Arena im Vorort Unterföhring herrscht bereits Untergangsstimmung.

hps/HB MÜNCHEN. Eine solche Weitergabe sei Bestandteil des Vorschlags, den Premiere und Arena dem Bundeskartellamt gemacht hätten, hieß es am Donnerstag in Branchenkreisen. Ein solcher Schritt könnte die Auflösung der Bundesliga-Redaktion bei Arena bedeuten. Weder Premiere noch Arena wollten sich dazu äußern. Auch die Deutsche Fußball Liga (DFL) lehnte eine Stellungnahme ab.

Bei Arena im Münchener Vorort Unterföhring herrscht bereits Untergangsstimmung. Viele Mitarbeiter fürchten um ihren Arbeitsplatz. Von einer Auflösung der Bundesliga-Redaktion wären rund 100 feste und freie Mitarbeiter betroffen.

Arena hatte Premiere Ende 2005 die Live-Übertragungsrechte für die Fußball-Bundesliga in einem spektakulären Bietergefecht weggeschnappt. Da Arena zwar über die Rechte verfügt, Premiere aber einen deutlich größeren Kundenstamm hat, beschlossen die beiden Unternehmen eine enge Kooperation. Im Gegenzug wurde Unity Media über eine Kapitalerhöhung mit knapp 17 Prozent größter Aktionär von Premiere. Weil das Bundeskartellamt Bedenken gegen die Vermarktung des Arena-Bundesligaangebotes über Satellit durch Premiere anmeldete, musste diese allerdings auf Eis gelegt werden. Beide Sender hatten den Wettbewerbshütern daraufhin einen Kompromissvorschlag unterbreitet.

Das Bundeskartellamt bestätigte, dass Unity Media und Premiere ein völlig neues Konzept vorgelegt hätten, ohne allerdings Einzelheiten zu nennen. „Wir haben dagegen keine grundsätzlichen Einwände, lediglich in einzelnen Punkten müssen die Unternehmen nachbessern“, sagte Bundeskartellamtssprecherin Silke Kaul. Wie Brancheninsider berichten, läuft die Kartellamtsbefragung von Marktteilnehmern zu dem von Arena und Premiere vorgeschlagenen Kompromiss noch. Ob bereits in der kommenden Woche eine endgültige Entscheidung der Bonner Behörde zu erwarten ist, wird daher bezweifelt.

Sollte sich der Vorschlag durchsetzen, wäre die Etablierung eines zweiten Pay-TV-Kanals in Deutschland neben Premiere gescheitert. Die Aktien von Premiere reagierten auf diese überraschende Wende im Poker um die lukrativen Bundesliga-Rechte mit einem Kurssprung. Am Abend notierten die Papiere bei 18,53 Euro fast 5,6 Prozent im Plus.

Pro Saison zahlt Arena als Tochter des Kabelkonzerns Unity Media rund 220 Mill. Euro an die DFL. Damit ist der Bezahlsender der größte Geldgeber des Fußball-Dachverbandes. Allerdings müssen die Unity-Media-Eigner, die Finanzinvestoren BC Partners und Apollo, bisher rote Zahlen von Arena verdauen. Allein im ersten Quartal dieses Jahres belief sich das Minus auf fast 74 Mill. Euro.

Für Arena soll sich das Geschäft angeblich rechnen. Premiere-Chef Georg Kofler würde damit nachträglich doch als Sieger aus dem Poker hervorgehen. Der Verlust der Bundesliga-Rechte hatte Premiere in Turbulenzen gebracht, denn die Abonnentenzahlen waren eingebrochen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%