Bezahlfernsehen
Lisicki weint, Sky frohlockt

Der Sieg auf dem Rasen von Wimbledon blieb Sabine Lisicki versagt. Für den Bezahlsender Sky war das Finale dennoch ein Quotenerfolg. Doch damit er endlich Gewinne schreibt, reichen Erfolge deutscher Sportler nicht aus.
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DüsseldorfSabine Lisicki vergoss nach ihrer Niederlage auf dem Rasen von Wimbledon Tränen der Trauer – in der Zentrale von Sky Deutschland in München haben sie vermutlich trotzdem gefeiert. Das Frauenfinale des bekanntesten Tennisturniers der Welt, am Samstagnachmittag exklusiv bei dem Bezahlsender zu sehen, schalteten 590.000 Zuschauer live ein, die Kneipengucker nicht mitgerechnet.

Damit präsentierte sich Sky erneut als Arena für wichtige Sportereignisse. Rekordquoten erzielte der Sender schon im Mai bei zwei der Champions-League-Halbfinals, die nicht im Free-TV gezeigt wurden. Doch ob die Erfolge von Lisicki, Lahm und Co reichen, damit das Unternehmen dauerhaft aus den roten Zahlen kommt, ist unklar, denn der Wettbewerb um die zahlwilligen Zuschauer ist hart. Der Sender setzt dabei nicht nur auf Asse und Tore, sondern auch auf Kooperationen mit den Kabel- und Internetanbietern.

Fernsehen ließ sich in Deutschland lange schlecht verkaufen. Zu groß war das kostenlose Angebot. Erst langsam ändert sich das – 6,1 Millionen Abonnenten und einen Umsatz von 1,84 Milliarden Euro zählte der Verband der Privatsender VPRT 2012. Sky ist Marktführer, schreibt aber seit Jahren Verluste, im vergangenen Jahr 195 Millionen Euro.

Exklusive Inhalte sind das wichtigste Verkaufsargument. Lisickis Finale hilft dem Bezahlsender jedoch nur bedingt: „Tennis ist nicht entscheidend für Sky“, urteilt Stefan Wimmer, Analyst beim Bankhaus Metzler. Die große Boris- und Steffi-Ära ist lange vorbei, ein Spiel des Rekordmeisters Bayern München lockt an einem durchschnittlichen Samstagnachmittag auch 300.000 Abonnenten. Wichtig seien daher vor allem die Bundesliga-Rechte, die sich der Bezahlsender bis Mitte 2017 sichern konnte, sagt Wimmer.

Allerdings muss Sky für die Premiumware Fußball massiv investieren – für das Pay-TV-Paket sowie die Übertragungsrechte fürs Internet (IPTV) zahlt das Unternehmen 486 Millionen Euro pro Saison, fast doppelt so viel wie bislang. Ein Dilemma für alle Pay-TV-Anbieter, die Exklusivität vermarkten: „Wenn ein Sport Erfolg hat, werden die Rechteinhaber bei neuen Verhandlungen gestärkt“, sagt Wimmer. Jüngstes Beispiel: Nach dem großen Erfolg von Lisicki wollen ARD und ZDF wieder Wimbledon zeigen – und treiben so den Preis für die Exklusivrechte wahrscheinlich in die Höhe.

Um die Ausgaben wieder reinzuholen, muss Sky mehr Abonnenten gewinnen. Doch der Wettbewerb ist enorm hart. Zum einen ist das kostenlose Fernsehprogramm in Deutschland – trotz aller Klagen über das Niveau – so vielfältig wie in kaum einem anderen Land. Und weil immer mehr Deutsche bereit sind, für Inhalte zu zahlen, drängen etliche Unternehmen mit Bezahlangeboten auf den Markt – von der Vivendi-Tochter Watchever bis zu den Kabelnetzbetreibern. Der Medienökonom Peter Winzer von Hochschule Rhein-Main in Wiesbaden spricht daher von „Hypercompetition“ – er erwartet große Rivalität um Senderechte und Kampfpreise.

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  • Totalausfall ARD & ZDF. Dort wird seit Jahren ausgepägt eine Monokultur in Sachen Sport gepflegt: Fussball,Fussball,Fussball. Für hunderte!!! Millionen Euro. Ich gehe davon aus, das ARD-Sportkoordinator Balkausky bereits fristlos gekündigt wurde.

  • sky is halt eben was Besseres und Besserseher haben zeitgleich mit de flotte bine losheulen dürfen, was sie ja auch gemacht hatten.
    Was für ein Event aber auch.

    (...)
    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

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