Bezahlfernsehen
Machtkampf: Berlusconi versus Murdoch

In Italien herrscht Konkurrenz auf dem Pay-TV-Markt: Der Mediaset-Sender des italienischen Regierungschefs Silvio Berlusconi attackiert Sky, den Satellitensender des Medienmoguls Rupert Murdoch. Beiden Anbietern macht das digital-terrestrische Fernsehen zu schaffen, das nun in Italien eingeführt wird.

MAILAND. In Zeiten sinkender Werbeeinnahmen setzt Mediaset, der Fernsehsender des italienischen Regierungschefs Silvio Berlusconi auf Bezahlfernsehen. Damit greift Mediaset direkt den Satellitensender Sky des US-australischen Medienmoguls Rupert Murdoch an. "Wir rechnen damit, dass der Markt sich in den kommenden drei Jahren mehr als verdoppeln wird", sagt Marco Giordani, Finanzvorstand von Mediaset und Vorstandsvorsitzender der Fernsehaktivitäten der Gruppe, Mediaset RTI, Und er kündigt an: "Wir werden mehr wachsen als der Markt."

"Italien ist der einzige Markt in Europa mit zwei großen Anbietern fürs Bezahlfernsehen", stellt der Analyst der Deutschen Bank, Alessandro Baj Badino fest. Während in Deutschland Premiere den Markt dominiert, in Frankreich Vivendi und in Großbritannien BSkyB, gibt es in Italien echte Konkurrenz. Das ist nicht zuletzt den Hindernissen zu verdanken, die Brüssel beim Markteintritt von Sky Anfang des Jahrtausends verhängt hat, um ein weiteres Monopol in Europa zu verhindern. Dennoch hat Sky Erfolg. Die Beratung IT Media Consulting schätzt, dass Sky schon 2010 Mediaset und das Staatsfernsehen Rai an den Zuschauerzahlen gemessen überholen könnte.

Mediaset gehört zum Fininvest-Imperium von Berlusconi, 58 Prozent der Aktien sind an der Börse notiert. Vor fünf Jahren hat sich das Unternehmen entschlossen, in das Geschäft mit Pay-TV einzusteigen, in dem bereits der Konkurrent Sky aktiv war. Heute hat Mediaset 3,4 Mio. Abonnenten, liegt damit aber immer noch hinter Sky mit 4,9 Mio. Das Pay-TV-Geschäft von Mediaset Premium machte 2008 bei Mediaset rund ein Fünftel des Umsatzes von 3,3 Mrd. Euro aus und soll 2010 erstmals schwarze Zahlen schreiben.

"Mediaset wendet sich mehr an den Massenmarkt mit günstigeren Preisen. Sky dagegen setzt auf Top-Qualität-All-you-can-eat", erklärt der Analyst Badino den Unterschied der beiden Anbieter. Eine Einschätzung, die Mediaset-Vorstand Giordani teilt: "Wir sind volksnaher." Die Preise der Pakete ohne Fußball beginnen schon bei zehn bis zwölf Euro.

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