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Bezahlfernsehsender: Sky schreibt ersten Gewinn seit vier Jahren

Die Geduld von Medienzar Rupert Murdoch scheint sich auszuzahlen: Sky Deutschland erlebt einen Zuschauerboom. Im zweiten Quartal hat der Bezahlsender seit langem wieder einen Gewinn vor Steuern gemacht.

Sky freut sich auf die Bundesliga. Quelle: dpa
Sky freut sich auf die Bundesliga. Quelle: dpa

MünchenDer Bezahlfernsehsender Sky Deutschland hat dank eines Zuschauerbooms erstmals seit vier Jahren wieder Gewinne eingefahren. Im zweiten Quartal sei ein operativer Gewinn (Ebitda) von 23 Millionen Euro erzielt worden, das früher unter dem Namen Premiere bekannte Unternehmen am Dienstag mit. Letztmals wurde im zweiten Vierteljahr 2008 ein kleiner Gewinn von elf Millionen Euro ausgewiesen - danach folgte eine lange Durststrecke.

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Getragen wurde der Turnaround durch niedrigere Kosten für Fernsehrechte und ein hohes Kundenplus: Die Zahl der Abonnenten zog von April bis Ende Juni um 47.100 auf 3,13 Millionen an. Analysten hatten im Schnitt mit 38.600 neuen zahlenden Zuschauern und einem Ebitda von zehn Millionen Euro gerechnet.

Der Umsatz stieg um 18 Prozent auf 326,7 Millionen Euro. Unter dem Strich steht dennoch ein Verlust von knapp 14 Millionen Euro. „Dies war ein wichtiges Quartal für Sky. Wir haben eine Reihe von Meilensteinen erreicht“, teilte Konzernchef Brian Sullivan am Dienstag in München mit.

Börsenchronik Sky - einmal Hölle und zurück

Im Jahr 1991 geht der Bezahlfernsehsender Premiere auf Sendung. Im Programm: aktuelle, im Free-TV noch nicht ausgestrahlten Spielfilme, Dokumentationen, Konzerte und vor allem jede Menge Sport, darunter auch Live-Übertragungen der Fußball-Bundesliga. Doch die Schaulust hält sich in Grenzen: geguckt wird lieber in Bars und Kneipen statt zu Hause vor dem Fernseher, daran können auch Eigenproduktionen wie „Zapping“ oder „Kalkofes Mattscheibe“ sowie unverschlüsselte „Schnuppertage“ nichts ändern. Trotz der hohen Bekanntheit erreicht Premiere nicht die angestrebte siebenstellige Abonnenten-Zahl. Das Unternehmen schreibt rote Zahlen.

Bild: dpa

„Obwohl wir auch weiterhin einen weiten Weg vor uns haben, sind Geschäftsdynamik und Marktpotenziale für uns vielversprechender denn je“, sagte Sullivan. Das Management bestätigte seine Prognose: 2012 soll der Ebitda-Verlust „signifikant“ eingedämmt werden, 2013 will Sullivan auf Jahressicht ein positives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen erwirtschaften.

TV-Sender

Sky profitiert vor allem von seinem deutlich ausgebauten Angebot und kommt auch bei der Kundenzufriedenheit voran - lange Zeit eine Großbaustelle des früheren Premiere. Das zeigt sich in der sinkenden Kündigungsquote. Deutlich ausgebaut hat der Sender auch den Anteil der Kunden, die hochauflösende HD-Angebote beziehen - und dafür auch mehr Geld bezahlen. Die Zahl dieser Abonnenten stieg im zweiten Quartal um 64 Prozent auf knapp 1,2 Millionen.

Sky-Haupteigner ist der Medienmogul Rupert Murdoch. Seit seinem Einstieg 2008 hat Murdoch mit seinem Konzern News Corp gut eine Milliarde Euro in das Pay-TV-Unternehmen gesteckt.

  • 14.08.2012, 09:10 Uhrmadhouse


    Ein Quartalsverlust in Höhe von 12,8 Mio. in der Headline als Gewinn zu verkaufen halte ich schon für ein wenig überzogen.

    EBITDA = Earnings before I tricked the damned auditor.

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