
MünchenDer Bezahlfernsehsender Sky Deutschland hat dank eines Zuschauerbooms erstmals seit vier Jahren wieder Gewinne eingefahren. Im zweiten Quartal sei ein operativer Gewinn (Ebitda) von 23 Millionen Euro erzielt worden, das früher unter dem Namen Premiere bekannte Unternehmen am Dienstag mit. Letztmals wurde im zweiten Vierteljahr 2008 ein kleiner Gewinn von elf Millionen Euro ausgewiesen - danach folgte eine lange Durststrecke.
Getragen wurde der Turnaround durch niedrigere Kosten für Fernsehrechte und ein hohes Kundenplus: Die Zahl der Abonnenten zog von April bis Ende Juni um 47.100 auf 3,13 Millionen an. Analysten hatten im Schnitt mit 38.600 neuen zahlenden Zuschauern und einem Ebitda von zehn Millionen Euro gerechnet.
Der Umsatz stieg um 18 Prozent auf 326,7 Millionen Euro. Unter dem Strich steht dennoch ein Verlust von knapp 14 Millionen Euro. „Dies war ein wichtiges Quartal für Sky. Wir haben eine Reihe von Meilensteinen erreicht“, teilte Konzernchef Brian Sullivan am Dienstag in München mit.

Im Jahr 1991 geht der Bezahlfernsehsender Premiere auf Sendung. Im Programm: aktuelle, im Free-TV noch nicht ausgestrahlten Spielfilme, Dokumentationen, Konzerte und vor allem jede Menge Sport, darunter auch Live-Übertragungen der Fußball-Bundesliga. Doch die Schaulust hält sich in Grenzen: geguckt wird lieber in Bars und Kneipen statt zu Hause vor dem Fernseher, daran können auch Eigenproduktionen wie „Zapping“ oder „Kalkofes Mattscheibe“ sowie unverschlüsselte „Schnuppertage“ nichts ändern. Trotz der hohen Bekanntheit erreicht Premiere nicht die angestrebte siebenstellige Abonnenten-Zahl. Das Unternehmen schreibt rote Zahlen.

Trotz der wirtschaftlichen Schieflage bleibt Premiere eines der Lieblingsprojekte von Gründervater Leo Kirch. Früh versucht der Medienunternehmer die Mitgesellschafter Bertelsmann und Canal Plus aus den Verträgen herauszukaufen, um den Sender nach seinen Vorstellungen zu gestalten. Erst 1997, nachdem Kirch – erfolglos – versucht, einen Konkurrenzkanal, DF1, zu etablieren, glückt die Übernahme. Noch im selben Jahr startet Premiere sein digitales Angebot und wechselt von einem analogen auf drei digitale Kanäle.

Zwei Jahre später verschmilzt Premiere mit DF1. Neuer Name: Premiere World. Die Probleme aber sind die alten: Allen Anstrengungen zum Trotz schafft es der Pay-TV-Sender nicht, sich aus den roten Zahlen zu befreien. Im Gegenteil. 2001 beläuft sich das Minus auf fast eine Milliarde Euro – ein Desaster für die Kirch-Gruppe, die im Jahr darauf Insolvenz anmelden muss.

Auch für Premiere scheint Schluss. Doch letztlich findet der Sender einen Investor. Das Private-Equity-Unternehmen Permira übernimmt im März 2001 64,1 Prozent der Anteile; jeweils zehn Prozent gehen an die Bayerische Landesbank und die Hypo-Vereinsbank. 3,5 Prozent bekommt die Bawag. Die restlichen Anteile erwirbt das Management um Geschäftsführer Georg Kofler, der kurz vor der Insolvenz der Kirch-Gruppe die Leitung übernommen hatte.

Einige Monate später stockt Kofler seinen Anteil um weitere zehn Prozent auf. Zudem verordnet er dem Sender einen strikten Sparkurs. Die Vorgabe: Qualität statt Quantität. Dass sich hinter dem neuen Konzept mehr als Worthülsen verbergen, zeigt sich im Jahr darauf. 2004 überschreitet Premiere die Grenze von drei Millionen Abonnenten, das Unternehmen schreibt zum ersten Mal schwarze Zahlen.

Premiere auf dem Parkett: Im März 2005 geht der Pay-TV-Sender an die Börse. Der Start verläuft vielversprechend: Die Aktien beenden den ersten Handelstag an der Frankfurter Wertpapierbörse mit 31,80 Euro, der Ausgabepreis lag bei 28 Euro. Analysten räumen dem Unternehmen gute Chancen auf weitere Kursgewinne ein. Eins hatten sie allerdings nicht kommen sehen.

Die Entwicklung von Premiere steht und fällt mit den Exklusiv-Rechten an der Fußball-Bundesliga. Am 21. Dezember 2005 kommt es, wie es kommen muss: Der Bezahlsender verliert den Poker um die Fußballrechte für die nächsten drei Spielzeiten gegen den Mitbewerber „Arena“, eine Tochter des Kabelnetzbetreibers Unitymedia. Für die Aktionäre ist es ein Schock: Am selben Tag verliert die Aktie 40 Prozent an Wert.

Anfang 2007 geht Premiere eine umfangreiche Kooperation mit dem Konkurrenten ein. Der Deal erlaubt es dem Sender, seinen Kunden wieder Live-Übertragungen der Bundesliga zu zeigen. Später übernimmt Premiere die Rechte an zwei Spielzeiten. Dafür bekommt Arena insgesamt 500 Millionen Euro, davon 300 Millionen Euro in Aktien, die eigens für den Tausch ausgegeben wurden. Die Börse reagiert prompt, der Aktienkurs steigt bis an die Schwelle der 20-Euro-Marke. Von da an sollte es jedoch stetig bergab gehen.

Am 2. Oktober 2008 erlebt die Aktie, dessen Wert sich in den zurückliegenden zwölf Monaten von 20 auf 10 Euro halbiert hatte, den schwärzesten Tag ihrer Geschichte. Nachdem das Unternehmen in einer Ad-hoc-Mitteilung nach Börsenschluss mitgeteilt hatte, dass nach Bereinigung der Kundendatenbank die Zahl der zahlenden Abonnenten um eine Million nach unten korrigiert werden müsse, gibt es an der Börse kein Halten mehr. Der im MDax gelistete Titel verliert innerhalb kürzester Zeit die Hälfte seines Wertes – und notiert fortan bei fünf Euro.

Am 4. Juli 2009 verschwindet Premiere von der Bildfläche. Der neue Markenname lautet: Sky. Kurz darauf benennt sich die Premiere AG in Sky Deutschland AG um. Hinter dem (symbolischen) Neuanfang steht News Corp., das Medienkonglomerat unter Führung des US-Unternehmers Rupert Murdoch, das sich nach und nach größere Anteile an dem Bezahlsender sicherte. Für die Kunden ändert sich praktisch nichts. Auch an der Börse tut sich wenig, die Aktie dümpelt weiter vor sich hin.
Im Jahr 1991 geht der Bezahlfernsehsender Premiere auf Sendung. Im Programm: aktuelle, im Free-TV noch nicht ausgestrahlten Spielfilme, Dokumentationen, Konzerte und vor allem jede Menge Sport, darunter auch Live-Übertragungen der Fußball-Bundesliga. Doch die Schaulust hält sich in Grenzen: geguckt wird lieber in Bars und Kneipen statt zu Hause vor dem Fernseher, daran können auch Eigenproduktionen wie „Zapping“ oder „Kalkofes Mattscheibe“ sowie unverschlüsselte „Schnuppertage“ nichts ändern. Trotz der hohen Bekanntheit erreicht Premiere nicht die angestrebte siebenstellige Abonnenten-Zahl. Das Unternehmen schreibt rote Zahlen.
„Obwohl wir auch weiterhin einen weiten Weg vor uns haben, sind Geschäftsdynamik und Marktpotenziale für uns vielversprechender denn je“, sagte Sullivan. Das Management bestätigte seine Prognose: 2012 soll der Ebitda-Verlust „signifikant“ eingedämmt werden, 2013 will Sullivan auf Jahressicht ein positives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen erwirtschaften.
Sky profitiert vor allem von seinem deutlich ausgebauten Angebot und kommt auch bei der Kundenzufriedenheit voran - lange Zeit eine Großbaustelle des früheren Premiere. Das zeigt sich in der sinkenden Kündigungsquote. Deutlich ausgebaut hat der Sender auch den Anteil der Kunden, die hochauflösende HD-Angebote beziehen - und dafür auch mehr Geld bezahlen. Die Zahl dieser Abonnenten stieg im zweiten Quartal um 64 Prozent auf knapp 1,2 Millionen.
Sky-Haupteigner ist der Medienmogul Rupert Murdoch. Seit seinem Einstieg 2008 hat Murdoch mit seinem Konzern News Corp gut eine Milliarde Euro in das Pay-TV-Unternehmen gesteckt.

Ein Quartalsverlust in Höhe von 12,8 Mio. in der Headline als Gewinn zu verkaufen halte ich schon für ein wenig überzogen.
EBITDA = Earnings before I tricked the damned auditor.
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