Bezahlkanal für Filme soll Bundeliga-TV ergänzen
Kloiber will sich bei Arena einklinken

Der Medienunternehmer Herbert Kloiber arbeitet an einem Spielfilm- und Serienkanal für das Bezahlfernsehangebot des neuen Bundesligasenders Arena.

DÜSSELDORF. „Mit einem fiktionalen Angebot zusammen mit Arena wollen wir für mehr Wettbewerb im Bezahlfernsehen sorgen“, sagte der Chef und Gesellschafter der Tele-München-Gruppe dem Handelsblatt. Die Gespräche zwischen Kloiber und der Fernsehtochter des Kabelkonzern Unity Media (Ish, Iesy, Tele Columbus) laufen bereits. „Wir erwarten, in der zweiten Jahreshälfte zu einem Abschluss zu kommen“, sagte der Medienunternehmer.

Kloiber will den neuen Spielfilmkanal nicht nur mit alten Archivmaterial bestücken, sondern auch neuere Produktionen zeigen. „Wir sprechen auch mit den US-Studios über eine Partnerschaft“, sagte der Filmhändler, der insbesondere mit dem Medienkonzern Disney und Time Warner seit vielen Jahren eng zusammenarbeitet. Ob es zu einem Vertrag kommt, ist offen. Eine Arena-Sprecherin bestätigte gestern nur eine Anfrage Kloibers.

Der neue Kanal würde Bestandteil eines Senderpakets zusammen mit dem Bundesligasender Arena. Ein solches Angebot gibt es sowohl bei den Kabelgesellschaften Ish (Nordrhein-Westfalen) und Iesy (Hessen) als auch über Satellit. Der neue Bundesligasender Arena hatte kurz vor Weihnachten überraschend für 210 Mill. Euro die Bundesligarechte erworben. Das Bezahlprogramm des Münchener Unternehmens wird ab August zum Start der neuen Bundesliga-Saison empfangbar sein.

Kloiber arbeitet seit Jahren am Einstieg ins Bezahlfernsehen. Arena-Sprecher Bernard de Roos und Kloiber kennen sich seit Jahren gut. Sie haben gemeinsam jahrelang eine Sportrechteagentur im schweizerischen Luzern betrieben.

Die Tele-München-Gruppe (Tele 5, RTL 2, ATV) strotzt derzeit vor Selbstbewusstsein. Kloiber erzielte im vergangenen Jahr ein Rekordergebnis. Das Medienunternehmen steigerte seinen Umsatz um rund zehn Prozent auf 250 Mill. Euro. Das vorläufige Ergebnis von Zinsen und Steuern (Ebit) verdoppelte sich auf knapp 40 Mill. Euro. Vor allem der Lizenzhandel mit einem Umsatz von 160 Mill. Euro entwickelte sich für Kloiber gut. Die TMG hatte an die Sendergruppen RTL und Pro Sieben Sat 1 sowie an das ZDF Millionen-schwere Filmpakete verkauft.

Ein weiterer großer Gewinn- und Umsatzbringer war im vergangenen Jahr das DVD-Geschäft. Vor allem die Auswertung seiner Filmbibliothek („Seewolf“, „Lederstrumpf“) hat Kloiber satte Gewinne gebracht. Für die Zukunft ist er allerdings skeptisch: „Es gibt auf dem DVD-Markt einen Margenverfall und eine gewisse Saturation.“ Zuletzt hatten insbesondere die amerikanischen Studios wie Warner Bros. und Disney mit ihren Billigangeboten den Markt unter Druck gesetzt. Hinzu kommt, dass zunehmend das legale Herunterladen von Filmen und Serien über das Internet an Bedeutung gewinnt.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa
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