Bezahlsender
Es kann nur einen geben

Der Bezahlsender Premiere und sein schärfster Rivale Arena haben am Donnerstag überraschend eine umfangreiche Kooperation beschlossen. Doch der Friede trügt. Denn wenn man Premiere-Chef Kofler glauben darf, gibt es ein Naturgesetz in der Pay-TV-Branche.

MÜNCHEN/BERLIN. Die Arena-Muttergesellschaft, der Kabelbetreiber Unity Media, beteiligt sich im Rahmen einer Kapitalerhöhung mit 16,7 Prozent an Premiere. Im Gegenzug darf Premiere künftig das Fußball-Bundesliga-Programm von Arena flächendeckend über Satellit übertragen und erhält zusätzliche Übertragungsrechte von der Arena-Muttergesellschaft Unity auf dem Kabel. Die beiden Unternehmen leiten damit die lange erwartete Konsolidierung auf dem Markt für Abo-Fernsehen ein.

Die Börse reagierte mit einem Kurssprung der Premiere-Aktien um zeitweise mehr als 20 Prozent. Auch die Anleihen von Unity, das mehrheitlich den Finanzinvestoren BC Partners und Apollo gehört, erzielten ein kräftiges Kursplus.

Die beiden Unternehmen hatten das Geschäft wochenlang verhandelt und die Verträge in der Nacht zum Donnerstag unterzeichnet. Premiere-Chef Georg Kofler und Parm Sandhu, Vorstandsvorsitzender von Unity, sprachen von einer „Win-win-Situation“. Ein unternehmerischer Einfluss von Arena auf Premiere soll ausgeschlossen sein, weil ein unabhängiges Finanzinstitut die Anteile verwaltet. Kofler bestritt, dass er eine weiter gehende Verflechtung der beiden Unternehmen beabsichtige.

Unklar blieb die Rolle der Wettbewerbshüter. „Wir haben die Transaktion mit unseren Anwälten so gut vorbereitet, dass wir keine Hindernisse beim Kartellamt erwarten“, sagte Unity-Chef Sandhu dem Handelsblatt. Allerdings kündigte das Bundeskartellamt kurzfristig ein Gespräch mit den Unternehmen an, auch die Fernsehaufsicht KEK will das Geschäft genauer unter die Lupe nehmen.

Kofler bekräftigte seine Meinung, dass man im Markt für Bezahlfernsehen das „Naturgesetz“ beachten müsse. In keinem großen Markt mit Ausnahme Deutschlands und der USA gebe es mehr als einen Bezahlsender. „In zwei oder drei Jahren wird es sicherlich nicht mehr zwei Pay-TV-Anbieter geben“, sagt auch Sonia Rabussier, Analystin beim Bankhaus Sal. Oppenheim, voraus.

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