Bezahlsender läuft bei Kabelkonzernen auf
Arena verpatzt Bundesliga-Start

Nach der WM-Euphorie droht den deutschen Fußball-Fans ein Bundesliga-Schock. Wenn am 11. August die neue Saison angepfiffen wird, werden voraussichtlich Millionen von Haushalten von Live-Übertragungen ausgeschlossen sein.

MÜNCHEN. Grund: Der neue Bundesliga-Bezahlsender Arena kann sich nicht mit Kabel Deutschland (KDG) über die Einspeisung in dessen Kabelnetz einigen. „Es kann sein, dass es zum Saisonstart keine Bundesliga für unsere Kunden gibt“, warnt ein Sprecher des größten deutschen Kabelkonzerns, der bundesweit knapp zehn Millionen Haushalte in 13 Bundesländern versorgt.

Bislang hatte der Bezahlsender Premiere die Bundesligaspiele live übertragen. Ende letzten Jahres hatte die Deutsche Fußball-Liga (DFL), in der die 36 Profiklubs organisiert sind, die Live-Rechte an der Bundesliga für die Rekordsumme von 210 Mill. Euro pro Saison an Arena verkauft. Premiere ging überraschend leer aus. Arena ist ein Tochterunternehmen des Kabelkonzerns Unity Media (Ish, Iesy, Tele Columbus), der aber nur in Hessen und Nordrhein-Westfalen präsent ist. Sowohl mit der KDG, die jeden zweiten Kabelhaushalt erreicht, als auch mit der wesentlich kleineren Kabel Baden-Württemberg gibt es trotz monatelanger Verhandlungen bisher keine Einigung.

Dadurch kommt auch die DFL in Bedrängnis. „Die Sponsoren finden es nicht lustig, wenn Arena mit nicht einmal 200 000 Abonnenten in die nächste Bundesliga-Saison startet“, hieß es in Branchenkreisen. Druck auf ihren neuen Geschäftspartner Arena kann die DFL nicht ausüben, da im Vertrag lediglich eine Abdeckung von 40 Prozent aller Haushalte gefordert wird. Arena selbst gibt sich betont gelassen: „Wir gehen davon aus, dass es zu einem Abschluss kommt“, sagte eine Sprecherin des Bezahlsenders am Montag.

Dafür setzt sich auch die DFL ein. „Wenn ich Kunde der KDG wäre und könnte die Bundesliga nicht live über Arena sehen, würde ich kündigen“, sagt DFL-Präsident Werner Hackmann dem Handelsblatt. „Der KDG liegt unseres Wissens ein attraktives Angebot von Arena vor. Nun ist die KDG am Zug“, ergänzt DFL-Geschäftsführer Christian Seifert.

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