
hps/jojo/HB BERLIN. Der mit hohen Verlusten kämpfende Pay-TV-Sender Sky Deutschland hat nach der Geldspritze seines Großaktionärs Rupert Murdoch nach eigener Einschätzung voraussichtlich keinen weiteren Kapitalbedarf. „Ich glaube, dass die 340 Mio. Euro, dir wir jetzt bekommen, aus heutiger Sicht ausreichen werden, damit wir die nachhaltige Profitabilität erreichen“, sagte Sky-Deutschland-Chef Brian Sullivan der „Süddeutschen Zeitung“ laut Vorabbericht.
Er schränkte jedoch ein, dass die Aufgabe und die Herausforderungen groß seien. „Das ist nicht über Nacht zu erledigen. Es wird ein langer Weg.“ Nach Angaben von Sullivan benötigt Sky Deutschland nach wie vor etwa 2,8 bis drei Mio. Abonnenten, um die Gewinnzone zu erreichen. Wann sein Unternehmen wieder Geld verdienen wird, wollte er jedoch nicht sagen.
Allmählich gibt es auf der ganzen Welt wohl nur einen einzigen Menschen, der noch immer vom Erfolg des Pay-Kanals Sky Deutschland (früher Premiere) felsenfest überzeugt ist: Rupert Murdoch. Anders ist es nicht zu erklären, dass der Medientycoon in den nächsten Wochen erneut 340 Mio. Euro in das seit 20 Jahren defizitäre Unternehmen stecken will.
Viele andere Investoren wenden sich jetzt mit Grausen ab. Gestern brach der Aktienkurs der im MDax notierten Firma bei extrem hohen Umsätzen zeitweise um 26 Prozent ein. Am späten Nachmittag notierten die Papiere in Frankfurt mit knapp 26 Prozent im Minus bei nur noch 1,05 Euro. Zum Vergleich: Vor fünf Jahren kamen die Papiere zu 28,50 Euro an die Börse.
Analysten äußerten sich erschüttert und betrachten die Finanzspritze allenfalls als lebensverlängernde Maßnahme. „Die Kapitalerhöhung löst das Problem des schwachen Geschäfts nicht“, urteilten die Experten vom Bankhaus Lampe.
Sky hatte am Montagabend ein Bündel an Finanzierungsmaßnahmen angekündigt, über das 340 Mio. Euro in die Kasse kommen sollen. Börsianer hatten zwar mit einer Kapitalerhöhung gerechnet, das Volumen ist jedoch überraschend groß. Der verlustreiche Kanal hatte sich erst zu Jahresbeginn 110 Mio. Euro besorgt. Doch Sky verbrennt das Kapital schnell: Das zweite Quartal schloss der Konzern bei einem Umsatz von 236 Mio. Euro mit einem Minus von 82 Mio. Euro ab.
Wie schon zu Jahresbeginn wird das Geld auch jetzt im Wesentlichen von Großaktionär News Corp. kommen, dem Medienunternehmen von Murdoch. Der Australier mit amerikanischen Pass wird anschließend knapp die Hälfte der Aktien halten. Zum Reich des Unternehmers gehört unter anderem das „Wall Street Journal“, die US-Senderkette und das Hollywood-Studio Fox sowie der Bezahlkanal BSkyB in Großbritannien.
Meist gelingt es dem 79-Jährigen, die Firmen zügig zu sanieren, wenn er sie übernommen hat. Nicht so in Deutschland. Sky kämpft seit der Gründung vor zwei Jahrzehnten mit demselben Problem: Es fehlen die Abonnenten. Im abgelaufenen Quartal haben die Münchener nur gut 6 000 zusätzliche Kunden gewonnen. Die Analysten der Commerzbank hatten dagegen mit 15 000 Verträgen gerechnet. Insgesamt fehlen Sky noch mindestens 300 000 Abos, um die Gewinnschwelle zu erreichen, die nach früheren Angaben zwischen 2,8 und 3 Mio. liegt.
Deshalb ist in absehbarer Zeit auch nicht mit Gewinnen zu rechnen. Der neue Sky-Chef Brian Sullivan hat bereits angekündigt, der Konzern werde entgegen seiner Versprechen auch kommendes Jahr operativ rote Zahlen schreiben. Die Lampe-Analysten gehen davon aus, dass dies selbst 2012 noch so bleiben wird.
Die deutschen Fußball-Clubs beobachten die Krise von Sky mit immer größerer Sorge. Die Pay-Kette ist der wichtigste Geldgeber der Profi-Vereine, allein in der anstehenden Bundesliga-Saison überweisen die Münchener rund 240 Millionen Euro. Nach außen gibt sich die Deutsche Fußball-Liga (DFL) allerdings gelassen. „Alles ist im Rahmen dessen, was prognostiziert wurde“, beschwichtigte gestern Liga-Präsident Reinhard Rauball.
Intern sind viele Mitarbeiter von Sky froh, dass Vorstandschef Sullivan mit aus ihrer Sicht überzogenen Erwartungen aufgeräumt hat. „Die Stimmung ist gut, weil wir uns endlich aus der Lüge befreit haben“, sagte gestern ein hoher Sky-Manager. „Alle Deutschen im Konzern wussten bereits seit langem, dass der ehrgeizige Plan von Mark Williams nicht funktioniert.“
Der frühere Konzernchef Mark Williams, ein enger Vertrauter von Murdoch, hatte den Anlegern versprochen, bis zum ersten Quartal des nächsten Jahres operativ schwarze Zahlen zu schreiben. Der Australier verließ Ende März die Chefetage. Seitdem lenkt Brian Sullivan vom britischen Schwestersender BSkyB die Geschicke.
Intern wird erwartet, dass sich Sullivan in den nächsten Wochen von weiteren „Söldnern“ des Mutterkonzerns News Corp trennt. „Es werden Köpfe rollen“, heißt es bei Sky. Vor allem italienische Manager soll es treffen. Auf Betreiben von Murdoch sind in den vergangenen zwei Jahren zahlreiche ausländische Führungskräfte aus dem großen Reich von News Corp eingestellt worden, doch der Erfolg blieb aus. Erst in der vergangenen Woche verließ die bisherige Programmchefin Nicola Bamford das Haus. Sie wird künftig in Indien für den Bezahlsender Tata Sky, ebenfalls eine Beteiligung der News Corp, tätig sein.
Sky ist einfach zu teuer,ich zahle GEZ ,Kabelanschluß
und dann noch Sky,das kann sich ein normal verdiener einfach nicht leisten.
SKY-Verluste
Solange SKY an ihrer Philosophie festhält, daß man die Fußball-bundesliga nicht individuell, sondern nur zusammen mit dem Mist-Paket "Welt", das keiner braucht, abbonieren kann (zusammen 32,90 €) werden die Abbonenten nach Ablauf ihrer Abozeit in Scharen davonlaufen. bei der Telekom kostet die Fußball-bundesliga individuell lediglich 14,90 € ohne daß man noch etwas hinzubuchen muss. Also warum soll ich 32,90 bezahlen, wenn es auch für 14,90 geht? Der Preis von 32,90 € für die bL ist zu hoch und erst bei einer ca. 50%-igen Reduktion wäre SKY wieder angemessen im Markt, ansonsten ist die Pleite vorprogrammiert.
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