Bezahlsender
Sky soll von Murdochs Sohn überwacht werden

Medienmogul Rupert Murdoch will seinen Sohn im Aufsichtsrat von Sky installieren. James Murdoch soll dort für einen Posten kandidieren. Er war es offenbar auch, der dem Einstieg bei dem Bezahlfernsehsender vorantrieb.
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MünchenDie Unternehmerfamilie Murdoch mischt künftig persönlich bei ihrem Bezahlfernsehsender Sky Deutschland mit. Patriarch Rupert Murdoch will seinen Sohn James im Aufsichtsrat installieren, wie aus der am Freitag veröffentlichten Einladung zur Hauptversammlung hervorgeht. Der 40-Jährige Junior führte in Großbritannien bereits den Pay-TV-Sender BSkyB zum Erfolg, geriet später aber durch den Abhörskandal bei der von ihm mitverantworteten Zeitung "News of the World" unter Druck. Reuters hatte zuvor aus Kreisen von der Personalie bei Sky erfahren.

Bei dem Sky-Aktionärstreffen am 18. April in München müssen die Murdochs keinen Widerstand fürchten - ihr Medienkonzern News Corp hat seinen Anteil jüngst auf 54,8 Prozent erhöht. Die australische Gruppe stieg vor fünf Jahren bei dem Sender ein, der damals noch Premiere hieß. Konzernkreisen zufolge war James Murdoch die treibende Kraft hinter dem Einstieg. "Das ist sein Baby", sagte ein Insider.

News Corp päppelte den seit Jahren verlustreichen Sender mit insgesamt 1,6 Milliarden Euro. Sky Deutschland erwartet in diesem Jahr operativ schwarze Zahlen - ein Nettogewinn ist aber noch nicht in Sicht. Der Bezahlsender tut sich schwer mit der starken Konkurrenz durch öffentlich-rechtliche und frei empfangbare private Fernsehkanäle.

"James Murdoch wird ein aktiver Aufsichtsrat sein", sagte ein mit den Plänen Vertrauter. Der Manager strebe derzeit aber nicht den Vorsitz des Gremiums an. Der Tagesordnung zufolge soll Murdoch im Aufsichtsrat den News-Corp-Manager Thomas Mockridge ablösen und zunächst für ein Jahr gewählt werden. Murdoch - der Jüngste von drei Geschwistern war von 2003 bis 2007 Chef von BSkyB und wechselte dann in den Verwaltungsrat.

Im vergangenen Jahr musste er jedoch dessen Vorsitz abgeben und ist seither einfaches Mitglied. Die Aktionäre hatten ihn wegen seines umstrittenen Umgangs mit der Affäre von "News of the World" zum Rückzug gedrängt. Journalisten des mittlerweile eingestellten Boulevardblatts belauschten Telefone von Verbrechensopfern und Prominenten. News Corp gab im Zuge der Affäre auch seine Übernahmepläne bei BSkyB auf und hält weiterhin weniger als 40 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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