Bieterschlacht um EE
Telekom-Tochter ist heiß begehrt

Um die britische Tochter EE könnte ein Bieterkampf beginnen. Zunächst legte nur der britische Netzbetreiber BT ein Angebot vor. Doch nun bietet auch ein chinesischer Konkurrent mit. Der Ausgang ist noch völlig ungewiss.
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London/MadridUm die britische Telekom-Tochter EE bahnt sich eine Bieterschlacht an. Neben dem britischen Netzbetreiber BT bereite auch der chinesische Mobilfunker Hutchison Whampoa ein Angebot für EE oder den britischen Rivalen O2 vor, wie mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Hutchisons Vorgehen sei abhängig davon, wie die Gespräche von EE und O2 mit BT ausgehen. Hutchison war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Die Deutsche Telekom hatte am Mittwoch erklärt, gemeinsam mit ihrem Partner Orange Gespräche über EE mit British Telecom (BT) zu führen. Es sei jedoch ungewiss, ob diese zu einem Verkauf der gemeinsamen Tochter führen werden. EE ist der nach Kundenzahl größte Mobilfunkanbieter in Großbritannien. Analysten veranschlagen den Preis für EE auf 12,6 Milliarden Euro. Anfang des Jahres hatten die beiden Eigner einen Börsengang von EE auf Eis gelegt.

Hutchison gehört mit „3“ bereits der viertgrößte Mobilfunker Großbritanniens. 02 ist der Branchenzweite und gehört der spanischen Telefonica. Viele Analysten rechnen damit, dass BT eher zu EE als zu O2 neigt. Den Insidern zufolge wäre aber auch für Hutchison ein EE-Kauf sinnvoll - unter anderem, weil beide bereits bei der gemeinsamen Nutzung des Netzwerkes kooperieren. Hutchison verfolgt seit Jahren mit großen Investitionssummen einen Expansionskurs in Europa.

Die spanischen O2-Besitzer sprachen sich indes für einen Allianz mit BT aus. Telefonica-Chef Cesar Alierta sagte einem Sprecher zufolge, sein Haus strebe eine „globale Allianz“ mit BT an. Gegen Bargeld und Anteile bot er seinen Mobilfunker O2 an, der um die Jahrtausendwende einst von BT abgespalten worden war und seither durch mehrere Hände ging.

EE erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von 8,2 Milliarden Euro (6,5 Milliarden Pfund) sowie einen Betriebsgewinn (Ebitda) von zwei Milliarden Euro. Die Besitzer des 2010 gegründeten Unternehmens hatten bereits vor einem Jahr eine „strategische Überprüfung“ angekündigt und damals den Gang an die Börse als die bevorzugte Option bezeichnet. Auch Finanzinvestoren wie KKR und CVC hatten ihre Chance auf eine Übernahme ausgelotet. Im Januar sagten die Besitzer dann den Gang aufs Parkett ab. Der Name EE leitet sich von „everything everywhere“ ab, wird in der Langversion vom Unternehmen aber nicht mehr verwendet.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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