Bilanz 2005/2006
Bei Siemens gibt es noch viel zu tun

Der radikale Konzernumbau rechnet sich für Siemens. Daran kann auch die harsche öffentliche Kritik nichts ändern. Im abgelaufenen Geschäftsjahr ging der Gewinn merklich nach oben. Es gibt aber auch weiterhin schwarze Schafe unter den Sparten. Die will Konzernchef Klaus Kleinfeld jetzt vordringlich angehen.

HB MÜNCHEN. Im Geschäftsjahr 2005/2006, das am 30. September endete, steigerte Deutschlands größter Elektrokonzern den Gewinn unter dem Strich um 38 Prozent auf 3,1 Mrd. Euro. Das operative Ergebnis legte um 12 Prozent auf knapp 5,3 Mrd. Euro zu. In mehr als der Hälfte der Geschäftsbereiche verfehlte Siemens aber noch seine ehrgeizigen Renditeziele. Kleinfeld ist dennoch optimistisch, dass wie versprochen bis zum Frühjahr alle Sparten die Margenvorgaben erfüllen, die zwischen 4 und 13 Prozent liegen. „Wir waren noch nie so stark aufgestellt wie jetzt, um dieses Ziel zu erreichen“, sagte er am Donnerstag bei der Vorlage der Bilanz in München.

Der Gewinnsprung im abgelaufenen Geschäftsjahr ist zum großen Teil darauf zurückzuführen, dass die Verluste der abgestoßenen Handysparte wegfielen. Doch auch die übrigen Bereiche machten Fortschritte. Das Ergebnis der Bereiche stieg im fortgeführten Geschäft um 12 Prozent auf 5,3 Mrd. Euro. Der Umsatz verbesserte sich auf heutiger Konzernbasis um 16 Prozent auf 87,3 Mrd. Euro. Auch der Auftragseingang verbesserte sich um 15 Prozent auf 96,3 Mrd. Euro. Allerdings gingen die Bestellungen im vierten Quartal um vier Prozent zurück.

Siemens stand in den vergangenen Monaten stark in der Kritik. Nur ein Jahr nach dem Verkauf der Handysparte an den taiwanesischen BenQ-Konzern meldete die als BenQ Mobile firmierende Firma mit Sitz in München Insolvenz an. 2 000 von 3 000 Mitarbeitern haben ihren Job verloren. Angesichts der massiven öffentlichen Kritik legte Siemens einen Härtefonds für die ehemaligen Mitarbeiter auf.

Kleinfeld ist trotz der bestehenden Probleme für das laufende Geschäftsjahr dennoch weiter zuversichtlich. „Für das Geschäftsjahr 2007 erwarten wir Wachstum, das bereinigt um Desinvestitionen doppelt so hoch ausfallen wird wie das durchschnittliche Weltwirtschaftswachstum.“ Zudem sollten die Verbesserungen in der Aufstellung des Konzerns auch in höhere Gewinne umgewandelt werden.

Siemens will den Aktionären für das Ende September abgelaufene Geschäftsjahr eine im Vergleich zum Vorjahr um 10 Cent höhere Dividende von 1,45 Euro vorschlagen. Die Siemens-Aktie war mit einem Plus von mehr als 2 Prozent am Morgen zeitweise an der Spitze des Dax.

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