Bilanz 2005
Burda setzt aufs Internet

Weil es bei den Zeitschriften nicht mehr so rund läuft, hat der Burda-Konzern verstärkt das Internet im Blick. Der Verlag wäre auch bereit, viel Geld in die Hand zu nehmen, um zuzukaufen.

HB MÜNCHEN. „Niemand wird den digitalen Siegeszug aufhalten, und wir werden bei den Siegern sein“, sagte Verlags-Vize Jürgen Todenhöfer am Dienstag in München bei der Vorlage der Bilanz für 2005. Innerhalb von zwei Jahren will Burda die Internet-Umsätze erneut verdoppeln. Für Zukäufe will das Medienhaus bis zu 500 Mill. Euro in die Hand nehmen. Im Gesamtkonzern rechnet Burda auch im laufenden Jahr mit einer weiteren Umsatzsteigerung.

Im vergangenen Jahr konnte Burda dank Zuwächsen im Internet und bei den Verlagsaktivitäten im Ausland den Konzernumsatz um bereinigt 5,5 Prozent auf gut 1,5 Mrd. Euro steigern. Die Erlöse im Stammgeschäft aus Druckaktivitäten und Inlands-Zeitschriften gingen leicht zurück. Das Ergebnis sei stabil geblieben, sagte Todenhöfer ohne eine Zahl zu nennen. „Wir haben gute Zahlen in einem äußerst schwierigen Marktumfeld erzielt.“

Für das Internet-Zeitalter sieht sich die Hubert Burda Media bestens positioniert. „Zeitschriftenmarken haben ein großes Potenzial in der digitalen Medienwelt“, sagte Verleger Hubert Burda. Im vergangenen Jahr legten die Internet-Umsätze um 36 Prozent auf gut 174 Mill. Euro zu, über zwei Jahre verdoppelten sie sich. Für eine erneute Verdoppelung bis 2007 brauche man auch weitere, gezielte Zukäufe, sagte Technologie-Vorstand Paul-Bernhard Kallen. „Wir würden auch vor einer größeren Akquisition nicht zurückschrecken.“ Dies könne 50 Mill, aber auch 450 bis 500 Mill. Euro bedeuten. Im Inland sei der Markt weitgehend verteilt, daher beobachte der Konzern mögliche Kandidaten im Ausland intensiver.

Neben neueren Standbeinen wie Internet und Direktmarketing will Burda aber auch das Geschäft mit den Zeitschriften nicht vernachlässigen. Zwar sei hier im Inland das große Wachstum nicht mehr möglich. „Das Stammgeschäft ist aber weiter hoch interessant, weil es gute Renditen abwirft“, sagte Todenhöfer. Zu den Gewinnbringern gehören hier unter anderem die „Bunte“, „Instyle“ und „Focus“.

Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Titel um 27 auf weltweit 258 Zeitschriften – allerdings allein durch neue Projekte im Ausland. Im Inland ist die Integration der Verlagsgruppe Milchstrasse nach Angaben von „Focus“-Chef Helmut Markwort, im Burda-Vorstand für die Milchstrasse zuständig, gut verlaufen. „Alle Blätter sind auf einem guten Weg.“ Im vergangenen Jahr habe die Milchstrasse ein „sehr ordentliches Ergebnis“ abgeliefert. Um die Schlagkraft weiter zu erhöhen bündelt Burda künftig die Marken der Milchstrasse („May“, „TV Spielfilm“, „Fit For Fun“) und den deutschen „Playboy“ in einer neuen Einheit, der „Burda Lifestyle Community“.

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