Bilanz 2005: Premiere macht erstmals Gewinn

Bilanz 2005
Premiere macht erstmals Gewinn

Der Bezahlfernsehsender Premiere hat erstmals seit seiner Gründung einen Überschuss erwirtschaftet. Eine Zukunftsprognose wagte der Kanal aber nicht. Zu groß sind die Unsicherheiten nach der Schlappe bei den Bundesliga-Übertragungsrechten.

HB MÜNCHEN. Nach Steuern sei im vergangenen Jahr ein Ergebnis von 48,7 Mill. Euro erzielt worden, teilte die Premiere AG am Dienstag in München bei der Vorlage der Bilanz mit. Im Jahr zuvor hatte der Konzern noch einen Verlust von 80,6 Mill. Euro verbucht. Mit dem Ergebnis blieb Premiere allerdings hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Diese hatten mit einem Überschuss von 61,6 Mill. Euro gerechnet.

Premiere-Chef Georg Kofler wagt für 2006 allerdings keine Prognose. Er sucht nach dem Verlust der exklusiven Übertragungsrechte für die Fußball-Bundesliga ab der nächsten Spielzeit händeringend nach Alternativen. Er resümierte lediglich: „Insgesamt ist Premiere für den künftigen Wettbewerb im Fernsehmarkt solide und flexibel positioniert.“ Branchenexperten zeigten sich enttäuscht. „Sie wissen nicht, was kommt“, brachte es ein Analyst auf den Punkt.

Mit dem neuen Bundesliga-Rechteinhaber, dem Sportrechtevermarkter Arena, verhandele Premiere derzeit, sagte Kofler. Ergebnisse sollen in den nächsten Wochen vorgelegt werden. „Wir sind nicht in aktiven Verhandlungen mit Premiere, sondern arbeiten mit Hochdruck an einem unabhängigen Satellitenangebot“, sagte hingegen eine Arena-Sprecherin am Dienstag. Branchenkreisen zufolge sind die Chancen für Premiere, sich doch noch an den Übertragungsrechten für die Bundesliga zu beteiligen, gering. Premiere spricht auch mit der Deutschen Telekom, die die Internetrechte erhalten hatte.

Zum 31. Dezember hatte Premiere 3,57 Mill. Abonnenten, ein deutlicher Zuwachs zu den 3,25 Mill. vom Jahresanfang. Ob sich die hohe Zahl halten lässt, bezweifeln Analysten jedoch. Die Fußball-Bundesliga war der Kundenmagnet.

Den im Zusammenhang mit den Übertragungsrechten für die UEFA Champions League erwogenen Aufbau eines eigenen Free-TV-Senders hat Kofler offenbar ad acta gelegt. Dafür kooperiert der Bezahlfernsehsender nun mit dem Deutschen Sportfernsehen (DSF). Premiere hatte sich ab der neuen Saison nicht nur die Rechte für das Pay-TV sondern auch das frei empfangbare Fernsehen gesichert und wollte dazu entweder einen eigenen Sender aufbauen, kaufen oder mit einem etablierten Anbieter kooperieren. Letzteres ist nun der Fall.

Spiele der Fußball-Champions-League werden ab der Spielzeit 2006/2007 damit auch frei empfangbar sein. Rechteinhaber Premiere und das DSF hätten sich auf die Live-Übertragung für drei Jahre geeinigt, teilte die DSF-Muttergesellschaft EM.TV am Dienstag mit. Premiere werde an jedem der 13 Spieltage eine Partie unter der Marke „Champions TV“ unverschlüsselt und live im DSF präsentieren. Dabei werde es ausgewählte Begegnungen aller deutschen Mannschaften und Highlights weiterer Spiele zu sehen geben. Einen Großteil der Lizenzkosten will Premiere über Werbeeinnahmen refinanzieren. Aus der Kooperation mit dem DSF erwartet Kofler Marketingimpulse für seinen Kanal.

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