Bilanz 2005
Swisscom ist zu internem Wachstum verdammt

Der Schweizer Telekom-Konzern Swisscom hat im vergangenen Jahr zwar weniger umgesetzt, aber mehr verdient. Neue Technologien sollen das weitere Wachstum sicherstellen.

HB/oli ZÜRICH. Der Umsatz sank 2005 um 3,2 Prozent auf 9,732 Mrd. Franken (6,216 Mrd. Euro), teilte das Unternehmen am Mittwoch in Zürich mit. Der Reingewinn stieg dagegen um über ein Viertel auf 2,022 Mrd. Franken. Verantwortlich für den steilen Gewinnanstieg seien geringere Abschreibungen, ein höheres Finanzergebnis und der Wegfall des Verlustes der einstigen deutschen Tochter Debitel. Letztere hatte im Jahr zuvor noch ein Loch von 243 Mill. Franken in die Kasse gerissen. Den Umsatzrückgang führte das Unternehmen auf den Abverkauf der Sparte International Carrier Services an die belgische Belgacom und den Preiskrieg bei den Handygebühren zurück.

Mit den Resultaten übertraf Swisscom die Erwartungen der Analysten leicht. Diese hatten im Schnitt mit einem Umsatz von 9,67 Mrd. Franken und einem Reingewinn von 2 Mrd. Franken gerechnet

Die Swisscom setzt nun auf internes Wachstum durch neue Technolgien. Zu dieser Strategie sieht sie sich gezwungen, weil ihr Mehrheitsaktionär, der Schweizer Bund, größere Akquisitionen im Ausland jüngst verboten hat. Der Streit über diese Strategie hat dazu geführt, dass der ehemalige Swisscom-Chef Jens Alder im Januar seinen Posten räumte. Sein Nachfolger Carsten Schloter, der ehemals den Mobil-Bereich des Unternehmens leitete, muss nun gemeinsam mit dem ebenfalls neuen Verwaltungsratspräsidenten Anton Scherrer die neue Strategie umsetzen. Beide räumten ein, dass der Weg zu mehr Wachstum unter den neuen Bedingungen lang sein wird.

Derzeit sinken Umsatz und Gewinn bei der Swisscom. Erst im Jahr 2009 soll sich der Trend umkehren, sagte Schloter. Größter Herausforderung des Unternehmens wird die weitere Privatisierung sein. Der Bund will seine Anteile verkaufen, muss dieses Vorhaben aber erst in einer Volksentscheidung durchsetzen. Kommt es zur Privatiserung, dürften vor allem ausländische Investoren – unter ihnen auch die deutsche Telekom – Interesse an der noch immer gut verdienenden Swisscom haben.

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