Bilanz: Für KPN kommt es weniger schlimm als erwartet

Bilanz
Für KPN kommt es weniger schlimm als erwartet

Ein gut laufendes Mobilfunkgeschäft und die neue Tochter Telfort haben den niederländischen Telekomkonzern KPN davor bewahrt, im vergangenen Jahr tiefer abzurutschen. Das Festnetzgeschäft war das Sorgenkind.

HB DEN HAAG. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) betrug 4,72 Mrd. Euro nach 4,83 Mrd. Euro in 2004. Das Minus von 2,3 Prozent blieb aber deutlich unter der von KPN selbst gesetzten Höchstgrenze von 5 Prozent. Der Nettogewinn ging nach Angaben von Dienstag aber weit stärker zurück – von 1,76 Mrd. Euro auf 1,45 Mrd. Euro, das sind gut 17 Prozent Minus. KPN machte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 11,94 Mrd. Euro nach 11,82 Mrd. in 2004

Im vierten Quartal ging es für den Mutterkonzern des deutschen Mobilfunkers E-Plus jedoch wieder deutlich aufwärts – nicht zuletzt wegen eines Zukaufs. Der Nettogewinn stieg im Vergleich zum Vorjahr von 578 auf 608 Mill. Euro. Zum ersten Mal zählte dabei das Ergebnis des in den Niederlanden übernommenen Anbieters Telfort mit. E-Plus weist in der KPN-Bilanz für das vergangene Jahr jedoch einen Verlust von 5 Mill. Euro aus, verursacht nach Angaben des Konzerns vor allem durch Abschreibung einer Lizenz.

Vorstandschef Ad Scheepbouwer zeigte sich trotz des Gewinnrückgangs zufrieden mit der Entwicklung im abgelaufenen Jahr. Neben neuen Produkten für das schwächelnde Festnetzgeschäft in den Niederlanden startete das Unternehmen eine Mehrmarkenstrategie bei E-Plus.

E-Plus gewann dem Geschäftsbericht zufolge im vierten Quartal 624 000 Neukunden und erhöhte seine Kundenbasis damit auf 10,75 Millionen. Profitiert hat die in Düsseldorf angesiedelte Gesellschaft auch von der Kooperation mit dem Discounter Aldi. Trotz eines deutlich höheren Gesprächaufkommens sank der monatliche Umsatz pro Kunde um 2 Euro auf 20 Euro. Ursache ist unter anderem eine Senkung der Terminierungsgebühren, die auch bei den Konkurrenten den Umsatz schmälerten.

Für das laufende Geschäftsjahr 2006 rechnet KPN mit einem Umsatzplus im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Das Ebitda soll stabil bleiben. Händler sprachen von soliden Zahlen. Der Ausblick sei wie erwartet ausgefallen.

KPN kündigte am Dienstag zudem ein Aktienrückkauf-Programm über 1 Milliarde Euro an. Die Aktie der Koninklijke PTT Nederland (KPN) gewann in der ersten halben Handelsstunde 5,27 Prozent auf 8,19 Euro. Die Dividende soll auf 45 Cent pro Aktie angehoben werden. Bereits im August hatte die Gesellschaft 13 Cent je Anteil ausgeschüttet.

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