Bilanz
Telekom macht Minus

Im Heimatmarkt läuft es für die Telekom miserabel. Die Kunden laufen ihr weg und der Abbau tausender Stellen kostet viel Geld – soviel Geld, dass der ehemalige Monopolist im Schlussquartal 2006 tief in die roten Zahlen gerutscht ist. Im Gesamtjahr sieht es auch nicht wirklich gut aus. Doch Konzernchef René Obermann scheint einen Weg aus dem Dilemma gefunden zu haben.

HB BONN. Der bereinigte Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) fiel im Schlussquartal von 5,2 auf 4,5 Mrd. Euro, wie die Telekom am Donnerstag in Bonn mitteilte. Damit verfehlte das Unternehmen die Erwartungen der Analysten leicht. Wegen Belastungen durch den Personalabbau rutschte die Telekom unterm Strich mit 898 Mill. Euro in die Verlustzone, während die Analysten mit einem deutlichen Gewinn gerechnet hatten. Ein Jahr zuvor war noch ein Überschuss von 991 Mill. Euro angefallen. Trotz des Gewinnrückgangs will die Telekom für das abgelaufene Geschäftsjahr eine unveränderte Dividende von 0,72 Euro zahlen. Der Umsatz kletterte im vierten Quartal um 2,4 Prozent auf 15,9 Mrd. Euro.

Im Gesamtjahr erzielte das größte europäische Telekommunikationsunternehmen unter dem Strich ein um 43 Prozent geringeres Nettoergebnis von 3,2 Mrd. Euro. Dieser Wert lag um Längen neben dem von Analysten geschätzen. Die Experten hatten 4,3 Md. Euro erwartet. Auch hier war es der Personalabbau, der das Ergebnis verhagelte. Im Gesamtjahr schlug er mit 2,8 Mrd. Euro zu Buche. Die Telekom will bis Ende kommenden Jahres 32 000 Mitarbeiter loswerden. Der Konzern führt den Abbau über Abfindungen und Frühpensionierung durch.

Selbst bereinigt um Sondereffekte lag der Nettogewinn im vergangenen Jahr nur bei rund 3,9 Mrd. Euro und damit um knapp 18 Prozent unter Vorjahr. Das bereinigte Ebitda ging um 6 Prozent auf 19,43 Mrd. Euro zurück, was die Analystenschätzungen traf. Den Rückgang im operativen Bereich begründete die Telekom nicht nur mit dem schwächeren Inlandsgeschäft, sondern auch mit höheren Kosten für die Gewinnung von Kunden.

Harter Wettbewerb

Die Deutsche Telekom ringt auf ihrem Heimatmarkt mit dem harten Wettbewerb. Im vergangenen Jahr sind 2 Millionen Kunden abgesprungen. Aufgrund von Preisnachlässen, um weitere Abwanderungen zu verhindern, sind zudem die Margen in allen Geschäftsfeldern unter Druck geraten. Vorstandschef Obermann will auf der Bilanzpressekonferenz Details seiner Strategie vorstellen, mit der das Unternehmen auf den Wachstumspfad zurückgeführt werden soll. Neben Kosteneinsparungen plant die Telekom wieder Zukäufe im Ausland. Aus dem Umkreis des Aufsichtsrates war anerkennend zu hören, Obermann habe dem Kontrollgremium eine Strategie mit „sehr zukunftsweisenden Aspekten“ präsentiert.

Die Entwicklung verlief im vergangenen Jahr zweigeteilt. Im Inland führten nach Darstellung des Konzerns harter Wettbewerb und Preisverfall zu einem Umsatzrückgang von 5 Prozent, während die Erlöse im Ausland um knapp 14 Prozent zulegten. Der Anteil des internationalen Geschäfts stieg um mehr als 4 Prozentpunkte auf gut 47 Prozent. Als Umsatztreiber erwiesen sich den Angaben zufolge erneut das amerikanische Mobilfunkgeschäft, wo die Tochter T-Mobile USA die Zahl der Kunden um fast 3,4 Millionen auf über 25 Millionen steigerte.

Seite 1:

Telekom macht Minus

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%