Bilanzierung
Wirecard beauftragt Ernst & Young

Das TecDax-Unternehmen Wirecard reagiert auf Vorwürfe der Bilanzmanipulation und gibt ein Sondergutachten in Auftrag. Außerdem verändert das Unternehmen seine Rechnungslegung.

FRANKFURT. Das TecDax-Unternehmen Wirecard, das sich mit Vorwürfen irreführender Bilanzierung konfrontiert sieht, hat die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young mit einem Sondergutachten zur Bilanz des Jahres 2007 beauftragt und will damit alle Zweifel an der Bilanz ausräumen.

Das bestätigte eine Sprecherin des Unternehmens dem Handelsblatt. Mit dem Auftrag für Ernst & Young setzt Wirecard eine Ankündigung vom 21. Juli um, eine der vier großen, internationalen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften mit einem Sondergutachten der Wirecard-Bilanz zu beauftragen. Bislang fungierte die Control 5H, die in diesem Jahr in die RP Richter Partner GmbH aufging als bestellter Prüfer.

Kritiker warfen Wirecard vor, diese Prüfungsgesellschaft habe ansonsten lediglich sieben weitere Prüfungsmandate kleinerer Unternehmen als Referenz. Mit einem Ergebnis des Gutachten durch Ernst & Young rechnen vom Handelsblatt befragte Analysten binnen sechs bis acht Wochen.

Über das Sondergutachten hinaus kündigte das Unternehmen an, dass es ab dem Halbjahresbericht des Jahres 2008 den Umsatz und das Ergebnis vor Steuern der Wirecard Bank in einem gesonderten Segment ausweisen wird. Die Halbjahreszahlen legt Wirecard am 20. August vor.

Kritiker, allen voran die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), hatten Wirecard in den vergangenen Wochen scharf angegriffen. Auch Analysten monierten die mangelnde Transparenz in der Bilanz. Zwischen Wirecard und der SdK ist der Streit eskaliert und beschäftigt mittlerweile die Gerichte. Der stellvertretende Vorsitzende der SdK, Markus Straub, trat vor zwei Wochen zurück, nachdem bekannt geworden war, dass er auf einen Kursverfall von Wirecard-Aktien spekuliert hatte, noch ehe die Anlegerschützer die Vorwürfe gegen das Unternehmen öffentlich machten.

Die Aktie von Wirecard ist seit Mai von mehr als 14 in der Spitze auf 4,25 Euro abgestürzt. In den vergangenen Tagen hat sich das Papier erholt. Aktuell notiert die Aktie bei rund 6,40 Euro.

Ralf Drescher
Ralf Drescher
Handelsblatt.com / Teamleiter Finanzen (bis 29.2.2012)
Christian Kirchner
Christian Kirchner
Handelsblatt / Geschäftsführender Redakteur New Investor
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