„Bild“-Konzern erweitert Auslandsgeschäfte
Springer lernt aus Erfolg in Polen

Der Zeitungskonzern Axel Springer strotzt nach dem Fiasko mit der geplanten Übernahme des Fernsehkonzerns Pro Sieben Sat 1 wieder vor Selbstbewusstsein. Vorstandschef Mathias Döpfner drängt ins Ausland. Nach Polen nimmt Europas größter Printkonzern Frankreich unter die Lupe.

DÜSSELDORF. „Wir analysieren die Situation in Frankreich. Unsere Erfahrungen in Polen sind sehr ermutigend“, sagte Konzernchef Döpfner gestern. Springer leitet seinen Optimismus für Frankreich vom Erfolg des Boulevardblattes „Fakt“ in Polen ab.

In Frankreich werden einem Revolverblatt aus dem Hause Springer durchaus Chancen eingeräumt. „Es gibt einen Markt für ein gut gemachtes, qualitätsvolles, farbiges Boulevardblatt“, sagte ein Pariser Verleger dem Handelsblatt. „Die Innovation und die Qualität wird über den Erfolg eines neues Blattes entscheiden.“ Politische Vorbehalte wie in Polen brauche Springer diesmal nicht zu erwarten. „Diese Zeiten sind längst vorbei. Den Endverbraucher interessiert sowieso das Produkt und nicht die Herkunft des Verlags“, sagte gestern ein Medienunternehmern in Paris.

In Polen der „Bild“-Konzern innerhalb von drei Jahren zum größten Zeitungsverleger aufgestiegen. Mittlerweile beträgt der Marktanteil nach Unternehmensangaben 44 Prozent. Nach dem Boulevard-Blatt „Fakt“ mit einer Auflage von über 500 000 Exemplaren täglich hat Springer Mitte April das Qualitätsblatt „Dziennik“ aus der Taufen gehoben. Die geplante Auflage von 150 000 Exemplaren hat die Warschauer Zeitung bereits um 50 000 übertroffen.

Ob Springer den Angriff auf den schwierigen Zeitungsmarkt in Frankreich wagt, ist noch offen. „Eine Entscheidung fällt erst Ende 2006“, sagt Döpfner. Doch es gilt als offenes Geheimnis, dass er nur zu gerne den französischen Markt angreifen würde. Springer gibt dort bislang eine Programmzeitschrift heraus.

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