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02.05.2007 
700 Mitarbeiter betroffen

„Bild“ zieht nach Berlin

Zuletzt war immer wieder über einen möglichem Umzug der „Bild“-Zeitung von Hamburg nach Berlin spekuliert worden, nun will der Chefredakteur Taten folgen lassen.

HB HAMBURG. Kai Diekmann sagte der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, er würde gerne am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, die erste Ausgabe vollständig von Berlin aus produzieren. Rund 700 Mitarbeiter seien von dem Umzug betroffen: „Das wäre ein Signal, das der politischen Tradition des Verlages und dem Engagement seines Gründers Axel Springer für die Überwindung der deutschen Teilung entspricht.“

Das Boulevardblatt erscheint seit 1952 werktäglich aus der Hansestadt und kam im ersten Quartal 2007 auf eine Auflage von 3,44 Mill. Exemplare. In Hamburg haben auch andere Redaktionen des Verlags („Hamburger Abendblatt“, „Hörzu“) ihren Stammsitz.

Der Umzug sei ein Wunsch der Redaktion, sagte Diekmann. Mit Rationalisierungen oder einer Restrukturierung habe der Umzug nichts zu tun, es sei ein reine journalistische Standortentscheidung. „Jetzt muss erst einmal der Verlag entscheiden, ob er bereit ist, eine Menge Geld für diesen Umzug auszugeben.“ Der Springer-Vorstandsvorsitzende Mathias Döpfner sei nicht wirklich entsetzt gewesen, „als wir ihm den Wunsch der Redaktion, nach Berlin zu ziehen, übermittelt haben“. Wenn es nicht bis zum 3. Oktober gelinge, sei es auch in Ordnung, „aber es wäre ein kleiner Traum“.

Bedeutendes Berlin

Als Grund für den Umzug nannte Diekmann die Bedeutung von Berlin als Nachrichten-Hauptstadt: „Berlin ist das politische, ist das kulturelle, ist das Lifestyle-Zentrum von Deutschland. Berlin ist gelebter Informationsvorsprung. Die 'Bild'-Zeitung ist gedruckter Informationsvorsprung, deshalb gehört beides zusammen.“

Auf die Frage, ob der Druck von „Bild“ auf die Berliner Politik dann nicht noch größer werde, sagte er: „Auf den Druck, den 'Bild' auf die Politik ausübt und wie alle Medien ausüben will, wenn etwas schief läuft, hätte ein Standortwechsel nur geringen Einfluss.“ Man habe schon eine große Parlamentsredaktion in Berlin, ebenso eine Lokalredaktion.

Der Vorstand prüfe, ob und auf welche Weise ein solcher Umzug möglich sei, ergänzte eine Unternehmenssprecherin am Mittwoch. Er schaue, ob die damit verbundenen Maßnahmen wirtschaftlich vertretbar seien. Mit einer Entscheidung sei frühestens in zwei bis drei Wochen zu rechnen.

In Hamburg werde „Bild“ mit einer großen Lokalredaktion bleiben, betonte Diekmann. „Es wird hier auch künftig eine große Redaktion mit rund sechzig Mitarbeitern geben. Hamburg ist immer die Heimat von 'Bild' gewesen und soll das auch bleiben.“

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