Bill Gates’ Firma verstärkt Engagement in Urheberfragen
Corbis vermarktet Warhol-Bildrechte jetzt exklusiv

Die Bildagentur Corbis hat die exklusiven Vermarktungsrechte für Bilder und Abbildungen des Werks der 1987 verstorbenen Pop-Art-Legende Andy Warhol von der Warhol Foundation übernommen. Wer immer in der Medien- oder Werbebranche künftig ein Abbild der wohl berühmtesten Dose Tomatensuppe der Welt verwenden will, kommt an dem Unternehmen von Bill Gates nicht mehr vorbei.

DÜSSELDORF. „Das ist für uns mehr als nur ein weiterer Fotograf im Portfolio“, erklärte Corbis CEO Steve Davis im Gespräch mit dem Handelsblatt. „Warhol ist eine weltweite und professionell gemanagte Marke.“ Warhol galt schon zu Lebzeiten als einer der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Finanzielle Details der Partnerschaft wollte Davis nicht erläutern, aber auf jeden Fall „erwarte die Stiftung schon, dass die Umsätze mit Warhol-Werken steigen werden“. Corbis verfüge über ein weltweites Vertriebsnetz mit über 300 Mitarbeitern.

Das 1. Halbjahr 2004 sei für Corbis erfolgreich verlaufen, so Davis. Der Umsatz sei im Vergleich zum 1. Halbjahr 2003 um gut 23 Prozent gestiegen. Vergangenes Jahr hatte Corbis 140 Mill. $ umgesetzt, ein Plus von 20 Prozent. Für das laufende Jahr erwartet Daves „mindestens ein Wachstum auf Vorjahreshöhe“.

1989 gegründet und im Privatbesitz von Microsoft-Gründer Bill Gates, liefert sich Corbis einen erbitterten Kampf mit Getty Images, gegründet vom Investmentbanker Mark Getty, ein Mitglied der legendären Öl-Dynastie Getty.

Beide Unternehmen hatten in den 90er Jahren begonnen in einem wahren Kaufrausch Bildagenturen, Fotoarchive und digitale Verwertungsrechte einzukaufen. Nicht zuletzt durch das Internet werde sich hier ein völlig neuer und stark wachsender Markt auftun. Der stark mittelständisch geprägte Markt der Bilderdienste und Fotoagenturen geriet zeitweilig durch die Attacke der Milliardäre stark in Bedrängnis. Im Niedergang der New Economy mussten auch Corbis und Getty Images konsolidieren, sind aber mittlerweile wieder auf Wachstumskurs.

Der börsennotierte Rivale Getty Images hatte am Mittwoch Quartalszahlen vorgelegt und seine Umsatzplanung für 2004 deutlich auf 605 bis 615 Mill. Dollar angehoben. Getty weist seit 2002 einen Gewinn aus und will dieses Jahr pro Aktie rund 1,75 Dollar erwirtschaften. Corbis werde laut Davis in diesem Jahr zumindest auf operativer Cash flow Basis schwarze Zahlen schreiben. Allerdings befinde

man sich immer noch in der Investitionsphase.

Davis setzt dabei zunehmend auf Services. „Ein Bild online zu bekommen ist heute für Agenturen und Medien kein Problem mehr“, sagt er. Die schnelle Klärung komplexer weltweiter Urheberrechtsketten hingegen schon. Hier sei wachsender Bedarf bei Medien und Werbeindustrie feststellbar.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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