Billig-Handys
NXP expandiert bei Mobilfunkchips

Der niederländische Chiphersteller NXP übernimmt die Mobilfunk-Aktivitäten des amerikanischen Chiphersteller Silicon Labs Inc. für 265 Mill. Dollar. Die frühere Philips-Halbleitersparte will damit ihre Position im Mobiltelefon-Markt deutlich ausbauen, sagte Vorstandschef Frans van Houten im Gespräch mit dem Handelsblatt. Die Pläne sind ehrgeizig.

DÜSSELDORF. Silicon Labs ist ein Pionier der integrierten Chipfertigung für so genannte „Single-Chip-Solutions“. Alle Kernkomponenten eines Multimedia-Telefons sind dabei auf einem einzigen Halbleiter vereint. Gleichzeitig verfüge das Unternehmen über eine besondere Expertise in der Übertragungstechnik. „Das zusammen wird uns befähigen, noch 2008 Single-Chip-Lösungen für Edge- und 3-G-Telefone (UMTS) herzustellen“, erklärt van Houten. Bislang gibt es kompakte Single-Chip-Lösungen nur für GSM- und GPRS-Telefone.

Die übernommenen Geschäftsaktivitäten haben im abgelaufenen Jahr einen Umsatz von rund 176 Mill. Dollar erzielt, der Umsatz von NXP in der Sparte „Mobile and personal“ liegt bei rund 1,6 Mrd. Euro. Damit zählt NXP zu den Top-Fünf des Weltmarktes mit Kunden wie Nokia, Samsung und Sony-Ericsson.

Durch Single-Chip-Lösungen können die Produktionskosten von Elektronik-Geräten erheblich gesenkt werden. Das ist wichtig für die Expansionspläne der Telefonhersteller, die alle in Schwellenländern wie Indien, China oder Vietnam in den kommenden Jahren kräftig wachsen wollen.

Billig-Chips kosten viel Geld

Es geht um einen gigantischen Markt. Nokia geht etwa davon aus, dass der Bestand an Mobiltelefonen 2008 weltweit rund 3 Mrd. Geräte umfassen wird. Und rund 80 Prozent davon werden in den heutigen Schwellenländern in Betrieb sein. Vor allem die kleineren Hersteller können sich aber die hohen Kosten für Eigenentwicklungen für Billig-Chips nicht leisten und sind auf Zulieferer wie NXP angewiesen. Aber auch die Großen kaufen zu. Erst jüngst hat Infineon einen Großauftrag mit Nokia über die Zulieferung von Chipsätzen für Billig-Handys abgeschlossen.

Die Akquisition beinhaltet auch eine variable Komponente in Höhe von 65 Mill. Dollar, so van Houten. Sie sei „umsatzgebunden“. Mehr könne er nicht sagen. Dan Rabinovitsj, Vicepresident der Silicon Lab Mobilfunkaktivitäten wird den Gesamtbereich in Zukunft führen. Rabinovitsi bezeichnete die Übernahme als „einen Schritt in der sich anbahnenden Konsolidierung der Mobilfunk-Branche“. Sie gebe Silicon Lab Cellular die nötig Größe, um auch weiterhin im Markt erfolgreich sein zu können.

Die Akquisition soll noch im ersten Quartal 2007 abgeschlossen werden und ist vorbehaltlich der Zustimmung der entsprechenden Wettbewerbsbehörden, heißt es.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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