Binnen Wochen wird mit PTC-Verkauf gerechnet
Elektrim macht Deutscher Telekom Mut

Nachdem im vergangenen Jahr ein erster Übernahmeversuch der Deutschen Telekom gescheitert ist, rechnet der polnische Mischkonzern Elektrim nun damit, dass er seinen Anteil an dem größten polnischen Mobilfunkanbieter PTC binnen weniger Wochen an die Telekom verkaufen kann. Mehrheitsaktionäre von PTC sind Elektrim und der französische Mischkonzern Vivendi.

HB WARSCHAU. „Wir reden immer noch mit Vivendi über einen Vorschlag an die Telekom (und) wir sind immer noch in Verhandlungen mit der Telekom“, sagte der größte Elektrim-Aktionär und Aufsichtsratsvorsitzende Zygmunt Solorz am Montag in Warschau. „Es ist eine Sache von Wochen statt von Monaten.“ Die Telekom wollte dazu keine Stellung nehmen.

Mitte März hatte die Telekom ihr Interesse an der Übernahme des profitabel wirtschaftenden Mobilfunkanbieters PTC erneut bekräftigt. Einzelheiten zum Verhandlungsstand mit Elektrim und Vivendi hatte der größte europäische Telekom-Konzern nicht genannt.

Der Verkauf von PTC an die Telekom war bislang vor allem am Widerstand der Gläubiger von Elektrim gescheitert. Dagegen hatte sich Vivendi verkaufsbereit gezeigt. Elektrim hatte sich zudem nicht mit Vivendi über eine Tilgung von Verbindlichkeiten einigen können, die das Gemeinschaftsunternehmen Elektrim Telekomunikacja (ET) Vivendi schuldet. Vivendi ist an ET mit 51 % beteiligt, Elektrim hält die übrigen 49 %. ET wiederum hält mit 51 % die Mehrheit an PTC.

Die Deutsche Telekom versucht seit Jahren, PTC vollständig zu übernehmen. Bislang kontrolliert sie nur 49 % des Kapitals. Analysten hatten nach dem Scheitern der Verhandlungen im September 2003 prognostiziert, dass die Telekom mittelfristig PTC in das internationale Mobilfunk-Portfolio integrieren könne. Mit rund 6,2 Mill. Kunden zum Jahresende 2003 ist PTC eine der größten Mobilfunkgesellschaften im strategisch wichtigen und schnell wachsenden osteuropäischen Markt.

Von dem früher angebotenen Kaufpreis in Höhe von 1,1 Mrd. € sollte Elektrim rund 400 Mill. und Vivendi rund 700 Mill. € bekommen. Für Elektrim dürfte der Druck zum Verkauf seiner Anteile an ET beziehungsweise dem indirekt gehaltenen PTC-Anteil zuletzt gestiegen sein. Denn eine Reihe von Elektrim-Gläubigern verlangte in der vergangenen Woche die vorzeitige Rückzahlung von Anleihen in Höhe von 440 Mill. €, da Elektrim angeblich gegen Vereinbarungen verstoßen habe.

Solorz bestritt hingegen, Vereinbarungen mit den Gläubigern verletzt zu haben. „Der Vorstand hat keine Entscheidung getroffen, die die Interessen der Bond-Inhaber verletzen könnte. Dennoch verlangen sie mehr als ihnen zusteht“, sagte er. Beide Seiten streiten um die Vertretung der Anleihe-Gläubiger im Vorstand, nachdem Elektrim einen Repräsentanten der Gläubiger aus dem Gremium ausgeschlossen hat.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%