Bislang im Ausland glücklos
Swisscom-Kaufangebot bei Fastweb erfolgreich

Der Telekom-Konzern Swisscom konnte mit seinem Übernahmeangebot die meisten Aktionäre des italienischen Festnetzanbieters Fastweb auf seine Seite ziehen und steht damit vor dem lang ersehnten Sprung ins Ausland.

HB ZÜRICH/MAILAND. Nach Ablauf der Angebotsfrist am Dienstagabend verfügt die Swisscom nach Angaben der italienischen Börse über 82,1 Prozent der Fastweb-Aktien. Die Schweizer zahlen je Titel 47 Euro und hatten außerhalb der Offerte bereits rund 1,7 Prozent der Fastweb-Aktien gekauft.

Swisscom will die Transaktion nach früheren Angaben größtenteils über Schulden und den Erlösen von 540 Millionen Franken finanzieren, die aus dem Verkauf des Sendeanlagenbetreibers Antenna Hungaria in der vergangenen Woche eingingen. Da die Annahmequote über 80 Prozent liegt, werden auch eigene Aktien eingesetzt werden müssen.

Fastweb ist hinter Telecom Italia mit 1,15 Millionen Kunden die Nummer Zwei auf dem italienischen Festnetzmarkt. Swisscom hatte sich besonders an dem groß angelegten Glasfasernetz der Italiener interessiert gezeigt, das bereits vollständig auf Basis der Internet-Technologie betrieben wird. Swisscom ist davon noch einige Jahre entfernt und könnte deshalb das Know-how der Italiener gut gebrauchen.

Swisscom erhält durch Fastweb nach mehreren Fehlschlägen wieder ein Standbein im Ausland und dürfte bei Umsatz und Betriebsgewinn (Ebitda) um je ein Fünftel größer werden. Fastweb erzielte den Angaben zufolge 2006 rund 1,26 Milliarden Euro Umsatz und 124 Millionen Euro Verlust, will dieses Jahr aber schwarze Zahlen schreiben.

Swisscom selbst war im vergangenen Jahr auf 1,6 Milliarden Franken (970 Millionen Euro) Reingewinn und 9,65 Milliarden Franken (5,9 Milliarden Euro) Umsatz gekommen.

Bei ihrem letzten nennenswerten Auslandsengagement, dem deutschen Mobilfunkdienstleister Debitel, hatte die Swisscom wenig Glück. Deshalb wurde die Firma nach fünf Jahren 2004 mit einem Milliardenverlust an die Finanzgesellschaft Permira abgestoßen. In den Jahren darauf hat die Swisscom immer wieder neue Anläufe unternommen, um außerhalb des gesättigten Heimatmarktes Fuß zu fassen, unter anderem bei Telekom Austria. Der vorerst letzte Versuch bei der irischen Telefongesellschaft Eircom endete 2005 mit einem Desaster, nachdem die Schweizer Regierung das mehrheitlich noch in staatlicher Hand liegende Unternehmen kurzerhand zurückgepfiffen hatte. Der damalige Chef Jens Alder nahm daraufhin seinen Hut und wurde durch den deutschen Carsten Schloter ersetzt.

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