Bitkom
IT-Branche will im Ausland um Fachkräfte werben

Der IT-Verband Bitkom forderte eine Imagekampagne, um ausländische Fachkräfte nach Deutschland zu locken. 28 000 Stellen für IT-Spezialisten sind offen. Vielen inländischen Bewerbern fehlt die nötige Qualifikation.
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DÜSSELDORF. Die IT-Branche in Deutschland sucht Arbeitskräfte. 28 000 Stellen seien derzeit offen, sagte der Präsident des Branchenverbands Bitkom, August-Wilhelm, Scheer heute. Er unterstützte Vorschläge von Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP), die Zuwanderung von Hochqualifizierten zu erleichtern.

Laut einer neuen Studie des Bitkom sucht die Branche 2010 rund 8 000 mehr als im Krisenjahr 2009. Die Firmen beschäftigen aktuell 843 000 Menschen und liegt damit hinter dem Maschinenbau auf Rang zwei. Vor allem Softwareentwickler sind gesucht. Während Branchenriesen wie SAP und Software AG ihre Lücken problemlos füllen können, klagen vor Mittelständler und Start-ups über Schwierigkeiten. Diese betreffen auch die Suche nach Auszubildenden. Viele junge Menschen sind von der Schule nicht ausreichend für eine IT-Ausbildung vorbereitet worden, zeigt die Umfrage. "Unbesetzte Stellen sind ein Hindernis für Innovation", warnte Scheer.

11 200 freie Stellen entfallen direkt auf IT-Firmen, 16 800 Stellen auf andere Firmen, die IT-Spezialisten einsetzen - etwa Maschinenbauer und Autohersteller. Darunter sind Stellen für Akademiker und Facharbeiter. Für die Studie hat der Bitkom 1500 Unternehmen befragt.

Scheer warte, der Arbeitskräftemangel sei ein strukturelles Problem. Der Unternehmer unterstützte die Forderung von Wirtschaftsminister, die Verdienstgrenze für einen dauerhaften Aufenthalt von derzeit 66 000 auf etwa 40 000 Euro zu senken. Die Vorrangprüfung, die vorsieht, dass zuerst Inländer einen Arbeitsplatz erhalten, solle fallen. "Wir stimmen mit Herrn Brüderle überein. Mit den Aussagen von Herrn Seehofer aus Bayer sieht das nicht ganz so aus", sagte Scheer dem Handelsblatt. Der bayerische Ministerpräsident hatte sich gegen mehr Zuwanderung aus bestimmten Kulturkreisen ausgesprochen.

"Deutschland muss sich nach außen als ein offenes Land präsentieren", forderte Scheer. Dabei könne eine Imagekampagne von Wirtschaft, Bundesregierung und Kulturinstituten im Ausland helfen. Botschaften und Auslandshandelskammern sollen bei der Aktion "Study and Work in Germany" mitmachen. Auch für den "Lebensstandort Deutschland" schlägt der Verband Werbung vor.

Bei Hochqualifizierten sei Deutschland momentan zweite Wahl. "Wir wollen nicht Studienanfänger zweiter Klasse nach Deutschland holen, sondern die besten", sagte Scheer in einer Telefonkonferenz. Die von Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) geplante leichtere Anerkennung ausländische Bildungsabschlüsse sein ein positives Signal, bringe der IT-Branche aber wenig praktische Vorteile.

Kommentare zu " Bitkom: IT-Branche will im Ausland um Fachkräfte werben"

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  • Es gibt keinen Fachkräftemangel in Deutschland, zumindestens nicht in der IT. Wenn die Deutschen einen hätten, dann würden die Gehälter steigen. Solange deutsche Unternehmen keine ordentlichen Gehälter zahlen wollen, werde ich für die, und viele weitere Kollegen, auch nicht arbeiten. Da können die sich all die Personaler und headhunter auf xing noch so lange die Klinke in die Hand geben.

    Warum Scheer sich seit Jahren den Mund über niedrigere Einkommen für ausländische Kräfte fuselig redet dürfte klar sein, wie sagt man bei euch so schön: wessen Brot ich esse, dessen Lied ich singe. Die wissen das wenn sich der Weltmarkt für ITler weiter so entwickelt und im ach so einwanderfreundlichem Deutschland die gleichen Konditionen geboten werden, die in 10 Jahren am Arsch sind wie Hämorrhoiden.

    Was das andauernde "Asche über unser Haupt" bringen soll, verstehe ich allerdings nicht. (Fast) Niemand wird nach Deutschland kommen, schon gar nicht "die Besten". Alle Guten sind schon lange an warmen Plätzchen in UK, Irland, Schweiz, Luxemburg etc längst verteilt. Das Deutschland beim Anlocken von ITlern im internationalen Vergleich nicht wettbewerbsfähig ist kann der Wirtschaft ja nicht entgangen sein, da sitzen ja schon einige helle Köpfe im Management. Beijing ballert auch pro Semester mehr ITler raus als alle deutschen Unis zusammengenommen pro Jahr. Was sollen die never ending Kampagne bringen?

    Und Mariane, keep your head up, einfach zurückbeissen :)

  • Mariana Mayer, Dipl informatikeriN FH seit 6 Jahren aufgrund von zahlreichen Mobbingattacken "im Mittelstand" arbeitslos. Mein Gehalt betrug 2400 Euro brutto im Monat bei einer 30 h Woche. Dazu gab es ein ausgelagertes Gehalt von Ca. 4000 Euro brutto im Jahr welches bei Kündigung einkassiert wird. Das sind die Konditionen hier in Deutschland für hochqualifizierte Frauen nach dem Studium mit berufseinstieg von über 30 Jahren nach zahlreichen Praktikas und bereits bestehenden berufsausbildungen.

    ALs ich aufgrund der Schikanen (Frauen quälen Frauen fertigmachen es erfolgte sittenwidriges Anstarren, das Gehalt wurde nicht richtig ausbezahlt) das Unternehmen wechselte und dieses Unternehmen in der Lage war, wenigstens korrekt steuer - und sozialversicherung zu bezahlen, wurde diese Unternehmensabteilung zerschlagen und die Mitarbeiter planwirtschaftlich verteilt.
    Diese Unternehmensabteilungen wurde ein millionenschwerer Schaden zugefügt.
    Nicht nur durch die Personalabsprachen untereinander bin ich seitdem arbeitslos. ich wurde angedroht im Leiharbeitsunternehmen iCS AG bewusst ausgegrenzt und fertiggemacht. Anderen Leiharbeitern geht es ähnlich. Es werden Striche zwischen Umkleideräumen von Leiharbeitern und Stammbelegschaften gezogen.
    Das sind die Untermenschen und das sind die Leiharbeiter ist die Aussage. und genauso verhielten sich auch die Uni Dr. Titel Absolventen bis hin zu Absolventen von Prof. Fenner zu mir.

    ich war zuständig für die Softwarezulassung der neuen iCE 3 Strecke Köln Rhein Main und habe technische Sicherheitsberichte geschrieben.
    Die Lohndiskriminierung betrug 60%. Wir erhielten so gut wie keinerlei bezahlte Aus- und Weiterbildung. Doch was immer wieder auffiel: Gewalt und Mobbingattacken gegenüber anderen wurde sowohl karrieremäßig als auch wirtschaftlich belohnt. Wer den Mund aufmacht wird vernichtet.

    Zum Vergleich:
    Mein Kollegen die ins Ausland gingen und weniger Ausbildung hatten, erhielten bis zu 30 000 DEM im Monat. Das sind 15 000 Euro pro month.

  • ich glaube, dass die Fachkräfte lieber in vernünftige Staaten zu vernünftigen Konditionen gehen, wie z.b. Norwegen:
    http://www.norwegen.no/en/arkiv/OM-/Arbeit-Aktuelles/jobmarked/engineers/

    Für die Lumpenelite in deutschland bleibt der bodensatz!

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