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Blackberry-Chef: „Ich habe schon mal besser geschlafen“

Der Blackberry-Hersteller steht vor dem Umbruch. RIM-Chef Thorsten Heins erklärt im Interview, wie die Mitarbeiter mit den Veränderungen umgehen, wie die Kehrtwende aussieht und warum Qualität über Schnelligkeit geht.

Will mit Blackberry die Kehrtwende schaffen: RIM-Chef Thorsten Heins. Quelle: Reuters
Will mit Blackberry die Kehrtwende schaffen: RIM-Chef Thorsten Heins. Quelle: Reuters

Herr Heins, die schlechten Nachrichten reißen nicht ab bei RIM. Die Firma steht vor drastischen Veränderungen. Wie motivieren Sie Ihre Mannschaft in Zeiten wie diesen?
Man muss mit den Menschen reden. Nach den jüngsten Quartalszahlen haben wir online eine Konferenz mit allen 16 000 Mitarbeitern abgehalten. Wir haben diskutiert, wo wir hinwollen und was erreicht werden muss. Wir müssen schlanker und effizienter werden. Und es wird am Ende eben auch 5 000 Entlassungen geben.

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Und wie reagieren die Mitarbeiter?
Wir bekommen viel Zustimmung nach dem Motto „Wir wissen, dass es schlimm ist, aber wir stehen dahinter, auch wenn ich selbst betroffen sein könnte“.

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Was müssen Sie an der Kultur des Unternehmens ändern?
Einiges. Das fängt schon beim Management-Team an. Wir müssen deutlich schneller und effizienter werden. Wir sind zu schnell gewachsen. Als ich anfing, stand die Mitarbeiterzahl bei 6 532 und ist dann auf mehr als 20 000 gewachsen. Wir nehmen auch ganze Führungsebenen heraus. Das ist auch eine Frage der Glaubwürdigkeit gegenüber den Mitarbeitern, die die Entlassungen in ihren Abteilungen sehen. Wir haben aber auch neue Manager eingestellt, erfahrene Leute, auch Turn-around-Spezialisten. Das Wichtigste in dieser Lage aber ist Offenheit.

Nokia-Chef Stephen Elop hat vor Mitarbeitern davon gesprochen, dass man nun ins kalte Wasser springen müsse, weil hinter einem die Plattform bereits lichterloh brennt. Sehen Sie RIM in der gleichen Position?
Nein, das halte ich nicht für gutes Management. Natürlich wird unsere Plattform zunehmend rostig und brüchig. Ich will aber nicht, dass wir ins kalte Wasser springen. Meine Aufgabe ist es, das Unternehmen sicher von der einen auf die andere Plattform zu bringen.

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Warum kommt das neue Blackberry-System 10 erst 2013 und nicht wie angekündigt Ende des Jahres?
Bin ich enttäuscht, dass wir dafür acht Wochen mehr brauchen, als wir gedacht haben? Ja, keine Frage. Der Grund: Es ist so viel neue Software. Das hat unsere Integrationsfähigkeit einfach überfordert. Ich habe die harte Entscheidung getroffen: Qualität geht vor Zeitpunkt.

Was sagen Sie Ihren Kunden, die jetzt ein neues Smartphone brauchen? Was hält die davon ab, jetzt ein iPhone zu kaufen, statt bis 2013 zu warten?
Das aktuelle Blackberry 7 ist ein wettbewerbsfähiges Produkt und kann mit anderen Produkten auf dem Markt gut mithalten. Bei den Unternehmenskunden glaube ich, dass wir einen guten Übergang hinbekommen, weil dort die Zyklen, in denen Geräte getauscht werden, länger sind. Im Konsumentenbereich sind die Zyklen allerdings in der Tat relativ kurz.

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