BlackBerry-Hersteller
Kanadischer Investor kauft sich bei RIM ein

Er gilt als der „Warren Buffett des Nordens": Prem Wetsa hat seinen Anteil am BlackBerry-Hersteller Reasearch in Motion deutlich erhöht. Damit gibt er dem kanadischen Unternehmen in dessen größter Krise Rückendeckung.
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TorontoKanadas Großinvestor Prem Watsa hat seine Beteiligung an dem BlackBerry-Hersteller Research in Motion nahezu verdoppelt und gibt damit dem Handyanbieter in schwierigen Zeiten etwas Rückendeckung. Wie aus am Montag veröffentlichten Börsenunterlagen hervorgeht, erhöhte Watsa seinen Anteil auf fast zehn Prozent. Erst im Januar war der "Warren Buffett des Nordens" bei RIM eingestiegen, nun ist der Chef des Versicherungskonzerns Fairfax Financial der größte bekannte Anteilseigner.

Analysten gehen davon aus, dass Watsa keine Übernahme von RIM anpeilt, sondern mit dem Ausbau seiner Beteiligung die Kosten seines Einstiegs drücken will. Watsas normaler Investitionshorizont liege zwischen drei und fünf Jahren, sagte Analyst Sameet Kanade von Northern Securities. Spekulationen über einen Aufkauf des kanadischen Handypioniers gibt es seit längerem. Seit Jahresbeginn verlor das Papier rund die Hälfte seines Werts und gemessen an Höchstständen aus dem Jahr 2008 mehr als 90 Prozent. Zum Kurs von 6,85 Dollar am Montag war Watsas Anteil rund 355 Millionen Dollar wert.

RIM hat praktisch den Online-E-Mail-Verkehr mit seinen ersten BlackBerrys erfunden. Allerdings kann der Konzern seit einiger Zeit nicht mehr mit den iPhones von Apple und den Android-Geräten von Google mithalten. Der Marktanteil sinkt stetig. Die aktuellen Telefone verkaufen sich schlecht und die Markteinführung des nächsten Betriebssystems Blackberry 10, das den erfolgreicheren Rivalen endlich Paroli bieten soll, musste der deutsche Chef Thorsten Heins gerade erst vom vierten Quartal auf kommendes Jahr verschieben.

Im vergangenen Monat vermeldete RIM den ersten Betriebsverlust in acht Jahren. Das Unternehmen kündigte an, 5000 Stellen zu streichen - fast ein Drittel seiner Belegschaft.

Apple wird am Dienstag Einblick ins abgelaufene Quartal geben. Nokia - der andere Handygigant, der wie RIM vor einer unsicheren Zukunft steht - weitete seinen operativen Fehlbetrag auf 826 Millionen Euro von zuvor 487 Millionen Euro aus. Moodys versetzte den Finnen am Montag einen weiteren Schlag und senkte die Kreditwürdigkeit des Unternehmens um zwei Stufen auf "Ba3". Zuvor hatte Nokia bei der Ratingagentur bereits Ramschstatus.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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