Blackberry-Hersteller
RIM-Manager rocken im Web-Video

Mit einem Video, in dem drei hochrangige Manager eine Rockband mimen, möchte sich Blackberry-Hersteller RIM bei seinen Entwicklern bedanken und Optimismus versprühen. Im Netz kommt der Clip aber nicht überall gut an.
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DüsseldorfGuck mal, wer da singt: In einem eigens produzierten Video, das vor wenigen Tagen bei YouTube hochgeladen wurde, zeigen sich Christopher Smith, Martyn Mallick und Alec Saunders, alle drei Vorstandsmitglieder des Blackberry-Herstellers Research in Motion (RIM), von einer ziemlich überraschenden Seite: Smith, Mallick und Saunders, ihres Zeichens Vizepräsident Anwenderplattformen beziehungsweise Vizepräsident für Globale Zusammenarbeit und Weiterentwicklung und Vizepräsident der Entwicklungsabteilung präsentieren sich nämlich als waschechte Boy-Band.

Mit E-Gitarre, Keyboard und Mikro ausgestattet, spielen und covern sie den 80er-Jahre-Song „Keep on loving you” von „REO Speedwagon“. Stilecht in und vor einem alten Hangar, mit grellem Bühnenlicht und einem Hauch von Rockstar-Coolness im Gesicht.

Für das Video, das während der Developer-Konferenz „Blackberry Jam Americas“ vorgestellt wurde und ein Dankeschön an alle Entwickler sein soll, wurden die Lyrics extra umgedichtet. Man mache gerade schwere Zeiten durch, aber der Launch des Blackberrys 10 stehe kurz bevor, auch wenn sich viele fragen würden, wann das neue Phone endlich auf den Markt komme, heißt es da sinngemäß. („We’ve all seen these are challenging times, baby. Cuz we’re in transition. (…) So don’t be misled, the launch is just ahead. We’ll have Blackberry 10 (...) and though I know you’re all wondering „when?” it won’t be forever.”)

Tatsächlich hatte RIM den Verkaufsstart für das Blackberry 10 von Ende 2012 auf Anfang 2013 verschieben müssen. Und nicht nur das: Der kanadische Konzern ist in den vergangenen Jahren insgesamt arg ins Straucheln geraten. Konkurrenten wie Apple, Samsung oder Nokia machen RIM das Leben so schwer, dass im Juni dieses Jahres sogar massive Stellenstreichungen angekündigt wurden.

Das professionell produzierte Hochglanz-Video mit Playback-Charme soll da wohl als kleines, aber kreatives und selbstironisches Lebenszeichen verstanden werden, Selbstbewusstsein demonstrieren und Optimismus versprühen.

Doch im Netz kommt der ungewöhnliche Auftritt der drei RIM-Führungskräfte bei den meisten nicht gut an. Der Clip stelle jeden noch so pathetischen und peinlichen Beitrag „selbst von Microsoft“ in den Schatten, kommentiert ein Nutzer bei YouTube. Das Video sei einfach nur traurig und mache deutlich, in welcher verzweifelten Situation man sich befinde. Ein anderer erklärt, nach diesem Song würde er sein Blackberry wegwerfen, wenn er eines besäße. Ein weiterer bemerkt ironisch, Smith, Mallick und Saunders seien bessere Musiker als Firmenchefs.

RIM selbst jedenfalls versucht derzeit nicht nur via YouTube, die eigenen Entwickler bei der Stange zu halten. Im hauseigenen Developer-Blog werden gerade die treusten Entwickler mit Foto und Namen vorgestellt, auf dem Twitter-Entwickler-Account nach der persönlichen Motivation der RIM-Developer gefragt. Und „Frontmann“ Alec Saunders zwischerte unlängst: „I believe in Blackberry 10 because RIM believes in developers!“

Tina Halberschmidt, Social-Media-Redakteurin
Tina Halberschmidt
Handelsblatt / Teamleiterin und Redakteurin Social Media

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