Blackberry-Offensive
RIM nimmt sich Apples iPhone vor

Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM) bläst zum Angriff auf das iPhone. Nach fulminantem Wachstum sollen eine neue Software und Prepaid-Angebote neue Kunden anlocken. Auf der WES in Orlando schwört RIM seine Anhänger auf einen heißen Smartphone-Sommer ein.

DÜSSELDORF. Nach einem fulminanten Quartalsergebnis mit fast 70 Prozent Wachstum im Absatz und 84 Prozent im Umsatz will der Blackberry-Anbieter Research in Motion (RIM) endgültig dem iPhone Paroli bieten. Die Chancen dafür stehen gut. Mit neuer Software, Prepaid-Angeboten und Smartphones aus dem deutschen Forschungszentrum Bochum soll das Krisenjahr 2009 zur Erfolgsstory werden. Ab morgen wird RIM-CEO Jim Balsillie seine Truppen in Florida auf den Kampf einschwören.

Was für die "Apple-Fan-Boys" die jährliche Pilgerfahrt zur Entwicklerkonferenz im Juni in San Francisco in Kalifornien ist, ist für "Crackberry-Junkies" die Reise nach Orlando zur WES. In der turmhoch aufragenden Bettenburg des Orlando World Center Marriot mit über 2000 Zimmern findet die Hausmesse von RIM statt, das "Wireless Enterprise Symposium". Rund 4 000 Teilnehmer und Blackberry-Fans werden erwartet.

Der Smartphone-Sommer wird 2009 so heiß wie die gleißende Sonne Floridas.

Auf dem globalen Mobilfunkmarkt, der im ersten Quartal um 13 Prozent auf 245 Mio. verkaufte Geräte schrumpfte, konnten nach Informationen des Marktforschers Strategy Analytics im ersten Quartal unter den größeren Herstellern nur Apple und RIM gegenüber Vorjahr zulegen. Laut NPD Group konnte Rim im 1. Quartal mit dem Modell "Curve" sogar das iPhone im Abverkauf überholen, das auf den zweiten Platz abrutschte. Auf Platz drei landete das "Storm", das "Pearl" wurde vierter, noch vor Googles Android. "Vor allem Verizons aggressive 'kaufe eins, nimm noch eins mit"-Strategie hat dazu geführt, dass Blackberry drei der Top-Fünf-Positionen besetzen konnte", analysiert Research-Direktor Ross Rubin. Und die Platzhirsche werden wohl auch den Sommer unter sich ausmachen. Seit Jahresbeginn sind RIM-Aktien an Wall Street um rund 79 Prozent gestiegen, Apple-Papiere legten 49 Prozent zu.

Vom iPhone werden aller Voraussicht nach Anfang Juni ein oder sogar zwei neue Geräte - mit Billigversion für Schwellenländer - vorgestellt werden, erwarten Analysten. Ben Reitzes von Barclays Capital und Daniel Amir von Lazard Capital Markets berichten von Informationen aus asiatischen IT-Kreisen, wonach Apple die iPhone-Produktion auf acht Mio. Einheiten im laufenden Quartal verdoppelt hat. Im abgelaufenen Quartal (Ende März 2009) wurden 3,8 Mio. iPhones ausgeliefert.

Das kann RIM besser, so Balsillie. Im vergangenen Berichtsquartal (Dezember 2008 bis Ende Februar 2009) seien rund 7,8 Mio. Geräte über die Ladentheke gegangen. "Seit Blackberry 1999 an den Start ging, haben wir 50 Mio. Geräte ausgeliefert", beschreibt er im Gespräch mit dem Handelsblatt die Dynamik. "26 Millionen Stück davon waren es alleine in vergangenen Jahr".

Apple konnte seit Start des ersten iPhones Mitte 2007 insgesamt nur rund 21 Mio. Geräte verkaufen. Den Vorsprung will Balsillie um jeden Preis verteidigen. Der Schlüssel sind private Nutzer. Gut 70 Prozent der neuen US-Kunden, so Balsillie, seien Privatnutzer. Die Zahl der Nutzer von Sozialen Netzwerken per Blackberry habe die zehn Millionen-Grenze überschritten. "Wir haben den Übergang zum Privatkunden geschafft", gibt Balsillie sich sicher.

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