Blauer Brief vom Kartellamt für KDG
Donnergrollen im Kabelmarkt

Das Veto der Bonner Wettbewerbshüter ist eine herbe Schlappe für Kabel Deutschland. Als der Marktführer im vergangenen April die Übernahme der Konkurrenten Ish (Nordrhein-Westfalen), Iesy (Hessen) und Kabel Baden-Württemberg angekündigte, zeigte sich Unternehmenschef Roland Steindorf noch voller Zuversicht: „Wir haben gute Argumente, das Kartellamt wird uns folgen“.

HB DÜSSELDORF. Doch die obersten Wettbewerbshüter zeigten der KDG die gelbe Karte. Damit droht die geplante 2,7 Mrd. € schwere Übernahme - wie zuvor schon im Falle des US-Medienriesen Liberty Media - an den Einwänden der Wettbewerbshüter zu platzen.

Die Positionen unter den Marktteilnehmern stehen unversöhnlich gegeneinander: Die Übernahme werde ein neues Monopol begründen, fürchten Verbraucherschützer, Medienanstalten und Fernsehsender. Sie glauben, dass der Marktführer durch den Zukauf eine starke Verhandlungsposition aufbaut und Preise diktieren kann. „Einen Fortschritt kann man das nicht nennen“, betonte der Direktor des Landesmedienanstalt in Nordrhein-Westfalen, Norbert Schneider, schon vor einigen Monaten.

Die KDG hält dagegen und zeigt sich versöhnlich: „Wir sind bereit, auf das Kartellamt zuzugehen und ein Paket zu schnüren, das den Zusammenschluss ermöglicht“, unterstreicht Pressesprecher Stefan Schrott. Dabei beteuert das Unternehmen, dass es durch den Zusammenschluss eine offene Plattform für alle Inhalteanbieter entsteht. Das digitale TV werde durch die Marktbereinigung endlich den Durchbruch schaffen.

„Von einer Konsolidierung im Kabelmarkt würden fast alle profitieren“, urteilte auch Jim Bonsall, Chef der nordrhein-westfälischen Kabelgesellschaft ish aus Köln. Das Unternehmen ist das Filetstück unter den drei Betreibern, die die KDG zukaufen will. Winkt das Kartellamt die Akquisition durch, liegt das frühere Kabelnetz der Deutschen Telekom mit rund 17 Mill. angeschlossenen Haushalten wieder in einer Hand.

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