Blaupunkt

Investoren wollen insolventen Elektronikhersteller kaufen

Zwei Investoren bekunden Interesse an einem Kauf des insolventen Elektronikherstellers Blaupunkt. Beide wollten die Firmengruppe zusammenhalten, erklärte ein Sprecher. Man wolle so viele Arbeitsplätze wie möglich retten.
Zwei Investoren sollen Interesse an einem Kauf des insolventen Elektronikherstellers Blaupunkt haben. Quelle: dpa
„Ziel ist möglichst viele Arbeitsplätze zu retten.“

Zwei Investoren sollen Interesse an einem Kauf des insolventen Elektronikherstellers Blaupunkt haben.

(Foto: dpa)

HildesheimFür den insolventen Elektronikhersteller Blaupunkt mit Hauptsitz im niedersächsischen Hildesheim bahnt sich der Einstieg eines Investors an. Ein Sprecher bestätigte am Mittwoch entsprechende Kontakte und sagte: „Ziel ist es, den Geschäftsbetrieb und möglichst viele Arbeitsplätze zu retten.“

Die Blaupunkt Technology Group mit 450 Mitarbeitern in sechs Ländern restrukturiert sich seit September über ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Die Geschäftsleitung bleibt dabei im Amt, ihr wird allerdings ein sogenannter Sachwalter von außen zur Seite gestellt.

Der bei Blaupunkt bestellte Sachwalter Rainer Eckert hatte zuvor der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (Mittwoch) gesagt: „Wir sind in entscheidenden Gesprächen mit zwei Investoren.“ Dabei handle es sich um einen strategischen - also am Blaupunkt-Geschäft selbst interessierten - Investor sowie um einen Finanzinvestor. Beide wollten die Gruppe zusammenhalten.

Das zweite Leben deutscher Traditionsmarken
Borgward
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Borgward kommt nach Hause: 55 Jahre nach der Insolvenz will der Autobauer an seinem Heimatort Bremen wieder Autos bauen. Das kündigte das Unternehmen, dessen Hauptaktionär der chinesische Lkw-Hersteller Foton ist, am Mittwoch in Bremen an. Derzeit produziert Borgward ausschließlich in einem Werk in Peking sein SUV-Modell BX7. Die Teile für die Fertigung in Bremen werden aus China, Deutschland und Europa zugeliefert.

Borgward
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Am Standort Bremen werden nach Unternehmensangaben in der Anfangsphase 50 bis 100 Arbeitsplätze entstehen. Im ersten Schritt sei eine Fertigung mit einer Jahreskapazität von bis zu 10.000 Fahrzeugen geplant. Dazu werde eine Fertigungshalle mit rund 10 000 Quadratmetern Fläche gebaut. Das Premierenmodell aus Bremer Fertigung werde ein Borgward BX7 mit „vollelektrischem Antrieb“ sein.

Borgward
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Die Anfangsinvestitionen belaufen sich laut Borgward auf einen „zweistelligen Millionenbetrag“. Borgward gehörte einst zu den bekanntesten Autoherstellern Deutschlands und ging 1961 pleite. Borgwards Enkel Christian belebte die von seinem Großvater gegründete Marke 2015 wieder und ist Aufsichtsratschef der Borward Group. Seinerzeit wurde Borgward durch Top-Modelle wie Isabella, Arabella und Hansa 2400 bekannt.

Hertie
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2008 meldete Hertie Insolvenz an, 2009 schloss die Kette trotz Mitarbeiterprotesten ihr letztes Haus – vier Jahre später folgte das Comeback als Online-Shop. 2013 sicherten sich die Osnabrücker Internet-Unternehmer Nils und Jan Klöker die Namensrechte. Seitdem lebt Hertie als Internet-Kaufhaus weiter und bietet hertie.de nach eigenen Angaben über 1,2 Millionen Produkte an - vom Halloween-Kostüm bis zum Holzkohlegrill. Laut Experten ist dafür unter anderen der immer noch hohe Bekanntheitsgrad verantwortlich für gute Klick- und Kaufzahlen. „Das ist eine ganz andere Liga, als wenn man einen Markennamen völlig neu aufbauen muss“, so Hertie-Sprecher Klaus-Martin Meyer.

Quelle
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Ähnlich wie Hertie erging es dem Versandhaus Quelle: 2009 Pleite ging das Unternehmen pleite, der Name wurde anschließend vom Konkurrenten Otto übernommen und als Online-Shop neu aufgebaut. Heute ist quelle.de eine zusätzliche Verkaufsplattform für Haushaltsgeräte, Möbel, Elektronik und Textilien im großen Otto-Imperium. Und zwar eine äußerst erfolgreiche Plattform, wenn man dem letzten Otto-Geschäftsbericht Glauben schenkt: Im Vergleich zu 2014 habe Quelle den Umsatz in Deutschland, Österreich und der Schweiz um 20 Prozent gesteigert.

Praktiker
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Was Hertie und Quelle schon vor einiger Zeit geschafft haben, will nun auch Praktiker angehen. Die Internet-Unternehmer Christoph Kilz und Dirk Oschmann haben sich die Namensrechte der Baumarktkette gesichert. „Noch in diesem Jahr wird unter praktiker.de ein Online-Shop starten, der herkömmliche Baumärkte im Sortiment-Umfang deutlich übertreffen wird“, kündigt Mitgründer Oschmann an. Ob auch hier eine Erfolgsgeschichte entsteht, bleibt nach Meinung von Markenexperten, vor allem aufgrund der starken Konkurrenz im Baumarkt-Segment, abzuwarten.

Telefunken-Logo
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Sie galt einmal als Ikone der deutschen Industriegeschichte: Die rote Raute mit den vier Blitzen an den Seiten und dem Schriftzug „Telefunken“ stand jahrzehntelang für höchste Kompetenz in der Radio- Fernseh- und Funktechnik. Rund 20.000 Patente hielt die 1903 gegründete Firma. In ihren Forschungslabors wurde die erste Radarfalle für die Polizei, aber auch das Farbfernsehen mit dem noch heute gültigen PAL-System entwickelt.

Das Unternehmen, zu dessen ursprünglichem Kerngeschäft Radios, Verstärker oder Lautsprecher zählten, war vor gut sieben Jahren vom Technikkonzern Bosch an den Investor Aurelius verkauft worden. In den 1980er Jahren hatte die damalige Bosch-Tochter Blaupunkt das nach Firmenangaben weltweit erste Navigationssystem entwickelt.

  • dpa
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